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Geschrieben von Heike am 01.11.2008 um 11:21:
Ich fand den Titel auch merkwürdig, allerdings kenne ich Kaiser bisher als jemanden, dem Starallüren bzw. Kritik um des eignen Egos willen eher fremd sind.
Ob er das wirklich selbst so wollte oder ob der Verlag ihn dabei ein wenig nötigte, wer weiß. Und, wenn ichs mir recht überlege, so viele Universalgebildete bzw. so viele Kritiker mit breiter humanistischer Bildung wachsen ja nun heute gerade nicht nach

Aber egal, ich hab mir das Buch ja nicht wegen des Titels gekauft, sondern weil ich Kaisers Kritiken immer recht gerne mag; und mir ein paar unterhaltsame Lesestunden über die Kunst, Musik und Literatur und ein paar interessante Anregungen zum Weiterlesen und Weiterhören erhoffe :-) (ist bis jetzt alles eingetreten, also nehm ich mal die komische Überschrift in Kauf)
Hebre
Geschrieben von cellodil am 01.11.2008 um 22:16:
Joachim Kaiser, Ich bin der letzte Mohikaner
| Zitat: |
Original von Hebre
Hallo Sabine,
| Zitat: |
| ich hatte mir auch schon überlegt, ob ich mir dieses Buch anschaffen soll, hatte es aber leider noch nicht in der Hand. Ist das eigentlich ein langes Interview? So etwas hatte ich zumindest gehört. |
Jein. Es sind Fragmente aus dem Leben von J. Kaiser, teilweise als Interview. Andererseits sind es vielmehr Erinnerungen, Berichte, Fotos von ihm selbst sowie auch von seiner Tochter über ihn und die Familie. Die Antworten sind nämlich meist viel zu ausführlich, um noch als Gespräch durchzugehen ;-)
Hebre |
Liebe Hebre,
Danke für Deine Antwort. Dann scheint das eher so eine Art Gesprächsfiktion zu sein... Wahrscheinlich schaue ich am besten mal rein, wenn ich es beim Buchhändler sehen sollte.
Wie gefällt Dir das Buch denn jenseits von Seite 59?
Herzliche Grüße
Sabine
Geschrieben von Heike am 01.11.2008 um 23:21:
Hallo Sabine,
ich hatte noch nicht allzuviel Zeit zum weiterlesen, aber auch die nächsten 42 Seiten waren kurzweilig und interessant. Wobei es natürlich besonders interessante und mich weniger interessierende Passagen gibt.
Ich lese sowieso gern Biographien, insofern macht mir das Buch Spaß. Zudem es noch mit kleinen Essays, alten Kritiken und Berichten über Zeitgenossen angereichert ist, welche mich auch interessieren. Gerade gab es z.B. eine längere Passage über Adorno und sein Buch zur neuen Musik. Insofern ist das nicht immer ganz leichte Kost und manches muss man auch zweimal lesen, aber ich finde es grade in dieser bunten Mischung spannend.
Heike
Geschrieben von cellodil am 02.11.2008 um 09:03:
Joachim Kaiser
Liebe Heike,

. Das klingt nach einer abwechslungsreichen und anregenden Lektüre. Kein endloses, selbst- oder vaterbeweihräucherndes Gelaber (das hatte ich nämlich ein wenig befürchtet bei der Vorstellung "Interview Vater und Tochter").
Dir einen schönen Sonntag und
liebe Grüße
Sabine
Geschrieben von Travi am 07.11.2008 um 22:26:
RE: Korngold. Musik ist Musik
Frisch eingetroffen: Die erste deutschsprachige Korngold-Biographie seit 1922, Korngold. Musik ist Musik, von Guy Wagner, erschienen bei Matthes & Seitz, Berlin.
Der Klappentext verspricht "die Reichhaltigkeit und Komplexität eines der vielseitigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts neu zu entdecken". Wäre ja schön... denn selbst die Korngold-Biographie von Jessica Duchen (einem Korngold-Fan!), die im englischsprachigen Bereich bereits 1996 erschien und die ich vergangenen Winter gelesen habe, hinterließ bei mir einen etwas merkwürdigen Nachgeschmack - Korngold als das ewige, unter der Fuchtel des allmächtigen Vaters stehende Wunderkind... na ja...
Mir gefällt das Buch von Wagner so gut, dass ich es schon nicht mehr aus der Hand legen kann. Ein paar Stücke, von denen bisher schon die Rede war, habe ich auch nochmal aufgelegt - wunderschön anzuhören wie immer.
Der Verfasser ist offenbar auf Musikerbiographien spezialisiert und hat interessanterweise bereits eine Biographie Theodorakis' und einen biographischen Schubert-Roman veröffentlicht, scheint also auch mal über den Tellerrand zu gucken.
Ein ausführlicherer Bericht folgt.
Travi
Geschrieben von jünter am 13.11.2008 um 19:30:
Bei mir gehts mit dem 2. Teil von Kempowskis Deutscher Chronik weiter:
@cellodil: Hallo Sabine, ich halte durch!
Geschrieben von Leif Erikson am 18.11.2008 um 18:00:
Weil mir Frank Martin's Musik sehr gut gefällt lese ich dies:
Das Kapitel "Zur Einführung ins Werk" ist allerdings eine professionelle Analyse von Martin's Stil an einem Notenbeispiel und ist mir zu hoch.
Es beschreibt Martin's Verwendung einer 12-Ton Reihe aber auch mit Terz-Harmonik und teilweise modal und einer sog. "gleitenden Tonalität". Es muß äußerst raffiniert sein, wie er komponiert. Wahrscheinlich muß man sich auch ans Klavier setzen um es nachzuvollziehen.
Derselbe Autor hat auch eine Promotion über Martin geschrieben mit ausgedehnten Analysen ganzer Werke.
Das wäre was für unsere Profis.
Gruß, Leif.
Geschrieben von cellodil am 20.11.2008 um 08:05:
Sonia Simmenauer
Muss es sein? Leben im Quartett
Gebundene Ausgabe: 131 Seiten
Verlag: Berenberg; Auflage: 1 (5. März 2008)
ISBN-10: 3937834249
ISBN-13: 978-3937834245
Ein wunderschönes, kurzweiliges Buch, in dem die Hamburger Konzertagentin Sonia Simmenauer über ihre langjährigen Erfahrungen mit Streichquartettensembles plaudert. Vielleicht nicht unbedingt viel Neues, aber auf jeden Fall amüsante Unterhaltung.
Geschrieben von cellodil am 21.11.2008 um 15:42:
Gerade ausgelesen:
Siegfried Lenz
Schweigeminute: Novelle
Hoffmann und Campe, Hamburg
128 Seiten
6. Auflage, 2008
ISBN 978-3-455-04284-9
Der 18jährige Christian liebt seine Englischlehrerin Stella. Die beiden werden ein Paar. Doch schon zu Beginn der Novelle ist Stella tot. Christian steht zusammen mit seinen Mitschülern bei der "Gedenkstunde" für die tote Lehrerin vor deren Foto in der Aula der Schule und erinnert sich an ihre Liebe.
Lenz erzählt eine Liebesgeschichte, die alle Voraussetzungen hätte, im Klischee zu ersticken, was sie erfreulicherweise aber nicht tut. Im Gegenteil. Lenz erzählt, obwohl er konsequent Christians Perspektive benutzt, verhalten, subtil und ohne falsches Pathos, aber doch mit großer Eindringlichkeit.
Ein durchaus lesenswertes Buch für einen regnerisch-kalten Novembernachmittag.
Geschrieben von cellodil am 21.11.2008 um 16:38:
Kempowski
| Zitat: |
Original von jünter
Bei mir gehts mit dem 2. Teil von Kempowskis Deutscher Chronik weiter:

@cellodil: Hallo Sabine, ich halte durch! |
Lieber Jünter,
da bleibt mir nur die Ehrfurcht und
Liebe Grüße
Sabine
Geschrieben von Travi am 22.11.2008 um 19:47:
Guy Wagner: Korngold. Musik ist Musik. Matthes & Seitz, Berlin 2008
Ich wies bereits kurz darauf hin: Seit 1922 ist zum ersten Mal, wenn auch mit Verzögerung, eine deutschsprachige
Korngold-Biographie erschienen. Das Buch umfasst über 400 Seiten zum eigentlichen Gegenstand sowie einen 15-seitigen Anhang zum älteren Bruder,
Han(n)s Robert Korngold. Es ist gut gesetzt, wenn auch nicht fehlerlos; ein paar Anglizismen haben mich beim Lesen gestört (ich mag da empfindlicher sein als andere). Wirklich bedauerlich aber ist die Tatsache, dass bei der Ausstattung mit den vielen Bildern, darunter Fotos von schriftlichen Dokumenten, eine echte Chance vertan wurde. Die Abbildungen sind viel zu klein und kämen auf dem rauhen Papier auch in größerem Format wohl kaum zur Geltung. Wer die zum Teil identischen Fotos in Großformat und auf Kunstdruckpapier sehen will, sollte sich weiterhin an die englischsprachige, meines Wissens leider nicht übersetzte Biographie von
Jessica Duchen halten. Was mich zu der interessanten Frage bringt, inwieweit sich der Kauf lohnt und inwieweit die Versprechungen des Verlags eingelöst werden.
Wagner teilt sein Werk in knappe, kategorische Überschriften ein wie "Der Vater", "Die Stadt", "Das Wunderkind" und später "Der Vereinsamte" bis hin zu "Die Renaissance". In den ersten Kapiteln führt das dazu, dass
Korngold aus dem Wunderkindalter nicht herauszukommen scheint, denn die Chronologie springt immer wieder vor und zurück. Genau das aber wurde dem Komponisten ohnehin immer vorgeworfen.
Die Figur des übermächtigen Vaters wird in diesem Buch noch schärfer gezeichnet, als ich es vorher gewohnt war. Nach der Lektüre der Biographie von
Jessica Duchen hatte ich schon ein unangenehmes Gefühl im Magen (
Carrolls Werk kenne ich nur "häppchenweise" aus dem Internet), aber
Wagners Darstellung ist ein Albtraum.
Julius Korngold schrieb seinem Sohn täglich, auch als man sich jeden Tag sah; Konzepte gingen der endgültigen Fassung voraus. Der Abdruck (mit Transkription) von Briefen des Vaters wäre mir persönlich interessant erschienen, aber vielleicht ist da ja etwas in Vorbereitung, wovon ich nichts weiß. Kostproben seiner Kritiken hätten mich ebenfalls interessiert und ein Anhang über die geistige Struktur des Familien- wie Kritikerdespoten. Schlimm ist es auch,
E.W. Korngolds eigene späte Äußerungen zur zeitgenössischen Musik zu lesen: Da scheint sich der Sohn, der die Musikwelt nicht mehr versteht, buchstäblich in den Vater (dem möglicherweise eine eigene Wunderkindkarriere versagt wurde) verwandelt zu haben, und
Wagner muss zugeben, dass mancher Satz genauso gut aus der Feder des Vaters hätte stammen können.
Die Offenbarungen über den Teil der Familie
Korngolds, von dem früher nie die Rede war und der in den Konzentrationslagern umkam, sind nicht so groß wie erwartet. Welche Schlüsse der Autor aus der Tatsache ziehen will, dass von etlichen Familienmitgliedern vorher gar nichts bekannt war, wird nicht klar. Das durchaus widersprüchliche Porträt des Vaters aber, das
Wagner zeichnet, ist nicht nur durch den Umfang, den es im Buch einnimmt, bestürzend und aufschlussreich. Da ist die beruflich-distanzierte Haltung des Musikkritikers, auch schon des Juristen (der den Beruf des Anwalts bei der ersten Gelegenheit an den Nagel hängt), da ist der Musikenthusiast und Möchtegern-Musiker, der sich mit dem jüngeren Sohn, dem genialen Künstler, identifiziert (ohne dies, aus begreiflichen Gründen, allzu deutlich werden zu lassen), und da ist der bürgerliche Familientyrann, der den älteren Sohn, eine nicht-bürgerliche Existenz, ablehnt genau wie, lebenslang, die Schwiegertochter
Luzi, weil sie Schauspielerin war.
Was mir gefallen hat, ist die gründliche Auseinandersetzung
Wagners mit den Quellen und Werken und die intensive Darstellung der Filmmusik und deren Verflechtungen mit der Musik, die
Korngold vor allem wichtig war: mit der "reinen" Musik. Das
Korngold-Archiv in Hamburg scheint hier besonders hilfreich gewesen zu sein. Die Bibliographie ist beachtlich und ich habe mich gefreut zu sehen, wieviele WissenschaftlerInnen sich mit diesem Komponisten mittlerweile beschäftigen. Es ist schön, so ein umfangreiches und zudem gut geschriebenes Werk über
Korngold nun endlich auch für den deutschsprachigen Raum zu haben. Nach der langen Pause sollten bei uns erstaunlicherweise sogar gleich zwei Biographien erscheinen, aber die Übersetzung von
Brendan G. Carrolls The Last Prodigy ist trotz langer Vorankündigung immer noch nicht verfügbar. Es wird anregend sein, die beiden Ansätze zu vergleichen und sich von hier aus weiter mit
Korngold zu befassen.
Alles in allem war die Lektüre ein spannendes Unterfangen. Eine Frage bleibt allerdings: Kann man den Mann nicht "einfach" mal als erwachsenen Menschen darstellen...?
Eine Anzahl (positiver) Rezensionen hat der Autor auf seiner eigenen Website versammelt; nachzulesen hier:
http://www.guywagner.net/critique18.htm
Gruß,
Travi
Geschrieben von cellodil am 24.11.2008 um 21:25:
Safier / Jesus liebt micht
Meine nächtlichen Lesestunden verbringe ich gerade mit:
David Safier
Jesus liebt mich
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Kindler (29. Oktober 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3463405520
ISBN-13: 978-3463405520
Safiers zweiter Roman ist nicht ganz so amüsant wie sein überaus empfehlenswerter Erstling
Mieses Karma, aber dennoch nette, unangestrengte Unterhaltungslektüre, die ihre wirklich witzigen und guten Momente hat.
Der Teufel sieht aus wie George Clooney. Und Jesus nennt sich Joshua und will vor dem Jüngsten Gericht, das kurz bevorsteht, noch einmal als Zimmermann arbeiten. Dabei lernt er Marie kennen, die gerade vor dem Altar das "Neinwort" gegeben hat und nun nach geplatzter Hochzeit wieder bei ihrem Vater lebt, der sich nächtens lautstark mit seiner aus Weißrussland importierten Freundin vergnügt. Maries Mutter ist Psychotherapeutin und hat eine Affäre mit Pastor Gabriel, einem Erzengel, der sich wegen der Liebe aus dem Himmel auf die Erde hat versetzen lassen. Als Joshua Marie seine wahre Identität enthüllt, glaubt diese erst einmal, einen psychiatrischen Fall vor sich zu haben und macht sich im Internet über Heilungschancen kundig. Doch Maries Vorschlag, Joshua solle doch von der Garage springen, will dieser partout nicht Folge leisten.
Ich gebe zu: So etwas muss man mögen.
Liebe Grüße
Sabine
Geschrieben von LazarusLong am 25.11.2008 um 07:56:
RE: Safier / Jesus liebt micht
| Zitat: |
Original von cellodil
Meine nächtlichen Lesestunden verbringe ich gerade mit:

David Safier
Jesus liebt mich
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Kindler (29. Oktober 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3463405520
ISBN-13: 978-3463405520
Safiers zweiter Roman ist nicht ganz so amüsant wie sein überaus empfehlenswerter Erstling Mieses Karma, aber dennoch nette, unangestrengte Unterhaltungslektüre, die ihre wirklich witzigen und guten Momente hat.
Der Teufel sieht aus wie George Clooney. Und Jesus nennt sich Joshua und will vor dem Jüngsten Gericht, das kurz bevorsteht, noch einmal als Zimmermann arbeiten. Dabei lernt er Marie kennen, die gerade vor dem Altar das "Neinwort" gegeben hat und nun nach geplatzter Hochzeit wieder bei ihrem Vater lebt, der sich nächtens lautstark mit seiner aus Weißrussland importierten Freundin vergnügt. Maries Mutter ist Psychotherapeutin und hat eine Affäre mit Pastor Gabriel, einem Erzengel, der sich wegen der Liebe aus dem Himmel auf die Erde hat versetzen lassen. Als Joshua Marie seine wahre Identität enthüllt, glaubt diese erst einmal, einen psychiatrischen Fall vor sich zu haben und macht sich im Internet über Heilungschancen kundig. Doch Maries Vorschlag, Joshua solle doch von der Garage springen, will dieser partout nicht Folge leisten.
Ich gebe zu: So etwas muss man mögen.
Liebe Grüße
Sabine |
Ich habs gerade bestellt, das klingt wirklich als wäre das meine Kragenweite
Danke für den Tip
frank
Geschrieben von cellodil am 25.11.2008 um 16:20:
David Safier
Lieber Frank,
falls Du an dem Gefallen finden solltest, dann könntest Du Dich im Anschluss (falls Du das nicht kennst) mit Safiers Erstling vergnügen:
David Safier
Mieses Karma
288 Seiten
Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 11., Aufl. (2. Mai 2008)
ISBN-10: 3499244551
ISBN-13: 978-3499244551
Ich habe das vor einiger Zeit gelesen und war schlicht hingerissen. Das ist mindestens so witzig und vielleicht noch ein bisschen schräger als die Jesus-Geschichte.
In
Mieses Karma wird die Hauptfigur, die Fernsehmoderatorin Kim Lange, kurz nach der Verleihung des Fernsehpreises und eines Seitensprunges mit ihrem attraktiven Konkurrenten auf der Dachterrasse ihres Hotels vom Waschbecken einer desolaten Raumstation erschlagen und kurz darauf als Ameise wiedergeboren. Nun hat Kim nicht nur diverse Koordinationsprobleme mit ihren Beinen, sondern muss auch mitansehen, dass sich ihre beste Freundin aus Menschenzeiten an ihren Witwer und an die kleine Tochter heranmacht. Auch Giacomo Casanova (gleichfalls Ameise) ist da nur bedingt hilfreich...
Herzliche Grüße
Sabine
Geschrieben von HenningKolf am 25.11.2008 um 18:21:
Gerade fertig gelesen habe ich:
Otto Klemperer, Anwalt gter Musik, Henschel 1993
(aus hiesiger Bücherei geliehen)
Eine Sammlung von Zeitungsinterviews, von Klemperer verfasster (Leser)Briefe, Reden und sonstiger schriftlich festgehaltener Äußerungen des Dirigenten und Komponisten.
Sehr deutlich wird die Verehrung Mahlers (Telegramm an den "Spiegel": "In dem Artikel über das hundertjährige Bestehen der Wiener Staatsoper wurde der Name Gustav Mahler nicht erwähnt. Man fühlt sich in die Jahre 1933 bis 1945 zurückversetzt. Ich verlange eine Richtigstellung dieser Ohrfeige ins Gesicht aller Musiker und des gesamten Publikums.")und Beethovens, aber auch dass Klemperer Schoenberg und Strawinski sehr schätzte.
Ein Mann mit festen Ansichten.
Kostprobe: "Oft erlebe ich folgendes: Ein Dirigent leitet ein zeitgenössisches Werk (wie mir scheint) ganz vorzüglich, dann aber ein klassisches oder romantisches Werk völlig eindruckslos. Wie ist das möglich, fragte ich mich selbst? Die Antwort, die ich mir selber gab, war nicht schwer. Die Wiedergabe des modernen Werkes war natürlich auch schlecht, nur verhüllte der komplizierte Klang, die Virtuosität des Orchesters, das Unkontrollierbare des Ganzen die "Leere" des Dirigenten. Es gibt keine Spezialisten auf dem Gebiete der Musik. "Alles oder Nichts", heißt auch hier die Losung"
Klemperer ist einer meiner Lieblingsdirigenten. Irgendwie sind es die eher strengen Herrn (Szell, Mrawinski neben Klemperer), die die Orchester zu Interpretationen treiben, die meinen Geschmack am besten treffen.
Klemperer spricht sich übrigens sehr eindeutig gegen Dirigate aus, die sich vollständig auf das auswendig Gelernte stützen und auf die Partitur während des Dirigierens verzichten. Er hält Kollegen, die es anders halten, schlicht für eitel. Die Partitur sei sowohl Hilfe als auch guter Freund, der zu vollkommener freiheit führe. Der Dirigent dürfe auf keinen Fall Sklave seines Gedächtnisses werden.
Gruß
Henning
Geschrieben von cellodil am 29.11.2008 um 13:35:
Cormac Mc Carthy / Kein Land für alte Männer
Nachdem ich es jetzt endlich geschafft habe, den Film zu sehen, jetzt auch die literarische Vorlage:
Cormac Mc Carthy
Kein Land für alte Männer (OT: No Country for Old Men)
Ü: Nikolaus Stingl
Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Rowohlt Verlag GmbH (10. März 2008)
ISBN-10: 3498045024
ISBN-13: 978-3498045029
... mein erster Eindruck: Geschriebenes Kino. Oder anders gesagt: Die filmische Adaptation hält sich sehr genau an die Romanvorlage. Das Buch ist vielleicht noch etwas eindringlicher und eingängiger als der Film (wird allerdings, da ich den Film zuerst gesehen habe, auch ständig von den Filmbildern überlagert).
Geschrieben von Gerion am 04.12.2008 um 11:48:
Bei mir gibt es derzeit "unmusikalisches" Lesefutter (bzw. nur am Rande musikalisches - der Protagonist selbst hat ja eine musikalische Ader):

Geschrieben von cellodil am 04.12.2008 um 13:53:
| Zitat: |
Original von Gerion
Bei mir gibt es derzeit "unmusikalisches" Lesefutter (bzw. nur am Rande musikalisches - der Protagonist selbst hat ja eine musikalische Ader):
 |
Lieber Gerion,
berichte doch darüber. Ich hatte mir auch schon überlegt, ob ich das mal lesen soll.
Musikalisches gibt's vom Altkanzler aber derzeit übrigens auch:
Herzliche Grüße
Sabine
Geschrieben von cellodil am 06.12.2008 um 13:05:
Peter Wehle/Haydn, Haydn über alles
Peter Wehle
Haydn, Haydn über alles
Gebundene Ausgabe: 221 Seiten
Verlag: Kremayr & Scheriau; Auflage: 1 (29. September 2008)
ISBN-10: 3218007887
ISBN-13: 978-3218007887
Gestern angefangen und bislang wenig davon angetan. Der Witz ist etwas zu gewollt und aufgesetzt und meistens leider nicht mal komisch. Und sehr erhellend fand ich das Werk bislang auch nicht.
Liebe Grüße
Sabine
Geschrieben von Sarastro am 06.12.2008 um 14:24:
RE: Peter Wehle/Haydn, Haydn über alles
Liebe Sabine,
ist das mehr eine Biographie, oder steht auch was zum Werk drin? Und inwiefern ist das ein "Lesebuch zum Nachschlagen"? Weil es vielleicht einen ordentlichen Index hat? Sind auch Notenbeispiele drin?
Na ja, ich ahne es schon, ich bin da mit meinem Finscher offenbar besser bedient ...
Herzliche Grüße,
Sarastro
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