Thema: Gestern im Konzert |
Travi
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Präsentiert von Victor Hochhauser
Royal Opera House, Covent Garden
Mariinsky Theater, St Petersburg
Dirigent: Valery Gergiev
Bühnenbild: George Tsypin
Regie: Alexander Zeldin
Video-Design: Sven Ortel
...
Deutsch mit englischen Übertiteln
Das Rheingold
Mittwoch, den 29.07.09
Wotan: Evgeny Nikitin
Donner: Evgeny Ulanov
Froh: Evgeny Akimov
Loge: Oleg Balashov
Alberich: Nikolai Putilin
Mime: Andrej Popov
Fasolt: Vadim Kravets
Fafner: Gennady Bezzubenkov
Fricka: Larisa Diadkova
Freia: Zhanna Dombrovskaya
Erda: Zlata Bulycheva
Woglinde: Zhanna Dombrovskaya
Wellgunde: Lia Shvstsova
Flosshilde: Nadezhda Serdyuk
Ich sitze an diesem ersten Abend auf meinem Platz in den Stalls (Circle rechts) und bin eigentlich ganz erfreut. Ich hatte nämlich extrem spät gebucht, obwohl mir seit Monaten bekannt war, dass Wagners Ring in Covent Garden an vier Abenden hintereinander aufgeführt werden würde, was nicht einmal in Bayreuth so zu erleben ist, und dann auch noch unter dem Dirigat des charismatischen Gergiev. Der Platz ist aber wirklich in Ordnung und im Gegensatz zur Ankündigung auf der Website der ROH kann ich sogar die Übertitel sehen. Meine Nachbarn zur Linken: ein junges Paar (der Mann wird mehrmals einschlafen), meine Nachbarn zur Rechten: ein älteres Paar, das sich später im Gespräch als sehr nett und opernerfahren erweist. Der Mann wird mir irgendwann die rhetorisch gemeinte Frage stellen, ob ich den Ring in Bayreuth gesehen habe – und überrascht sein, dass dem nicht so ist. Ich besitze zwar zwei Aufnahmen auf CD (Böhm und, noch rechtzeitig in London bei HMV erstanden, Keilberth 1955, die erste Stereoaufnahme), aber dies wird mein erster live Ring sein.
Gergiev erhält schon Bravorufe, bevor er irgendetwas geleistet hat. Und obwohl er über fünf Minuten zu spät kommt, so wie übrigens auch am nächsten Tag bei der Walküre. Und am übernächsten. Und… Dieser Mann hat das Publikum offensichtlich im Griff. Dabei stand sein Ring unter gar keinem so guten Stern, wie diversen Websites zu entnehmen ist. Die Produktion ist seit Jahren auf mehr oder weniger allen Kontinenten auf Tournee und hat bei weitem nicht nur für positive Kritiken gesorgt.
Besonders auffällig: das Bühnenbild, die Beleuchtung und das Video-Design. Sehr schlicht das erstere; wenige Requisiten, aber was für welche! Vier Riesengestalten hängen zunächst kaum als Figuren erkennbar dicht unter der Bühnendecke und werden im Laufe des Stücks immer wieder hinauf- und hinuntergezogen und unterschiedlich beleuchtet bzw. mittels Licht eingefärbt. Auf mich wirken sie wie altägyptische Mumien, da sie die ganze Zeit über vertikal zu sehen sind. Außer in der letzten Minute, als sie aus ihrer Starrheit erlöst und leicht gebogen werden; ebenfalls die je rechts und links aufgestellten, riesigen Leuchtstäbe neigen sich harmonisch zueinander und verbinden sich zu einem alles übergreifenden Bogen. Die Riesenfiguren, die, wie man nachlesen kann, nicht von der nordischen, sondern von der ossetischen Mythologie inspiriert seien (was für mich wie für etliche andere nicht so einfach ersichtlich war und eher zum Eindruck einer Verwässerung führte), lassen die Darsteller, auch wenn sie Götter sind, von vornherein klein erscheinen, und tragen zu einer gewissen allgemeinen Neutralisierung bei. Wagner für alle?
Ein Kritiker, der die New Yorker Aufführung erlebt hat, meint, man habe wohl "die Dominanz der Musik nicht in Frage stellen (wollen). Also erlebt das Publikum mehr oder weniger eine konzertante Aufführung in Kostümen und Bühnenbild. Die Sänger sind oft vorne an der Rampe postiert. Intensiver Blickkontakt ersetzt aufwendige Aktion." Ich meine, man müsste für London sogar anmerken, dass das Personal z.T. recht lange unbeteiligt auf der Bühne herumsteht, aber vielleicht ist das ja nur mein persönlicher Eindruck. Der bereits zitierte New Yorker Kritiker sieht’s jedenfalls gelassener und meint sogar, hier dürften die Sänger Sänger sein und müssten nicht als Schauspieler glänzen. Nun ja... Mir war jedenfalls der Loge-Darsteller (Oleg Balashov) angenehm aufgefallen, weil er m.E. als einziger auch schauspielerisch sehr gut war.
Die Sänger schienen allgemein nicht so dramatisch-?schrill -?heftig? zu sein, wie ich es von Wagner-Sängern eigentlich erwarte; sie schienen mir zwar kraftvoll, aber auch lyrisch!
Ein echter Nachteil: Das Deutsche war nicht bei allen Sängern – durchweg Russen – gleich gelungen. Überhaupt: Das Orchester schien mir grandios, d.h. es hat die ohnehin schon wunderbare Musik Wagners grandios umgesetzt, und das Zusammenspiel des Orchesters mit dem Visuellen in Form von Beleuchtung, Video, Requisiten etc. war für mich ein alle Sinne berührender Genuss. Aber: Die Sänger gingen mit Ausnahme des erwähnten auch schauspielerisch begabten Loge-Darstellers in der trotz des schlichten Designs aufwändigen Ausstattung ein wenig unter. Ähnlich hatte ich auch im März die (umstrittene) Kölner Tristan und Isolde empfunden, wo das - nebenbei gesagt fantastische! - Bühnenbild die Sänger m.E. völlig vereinnahmte.
Ein vielleicht interessanter Punkt der Kritik: Gergiev und sein Regisseur Zeldin seien gegen Regietheater... (aber dazu an anderer Stelle vielleicht mehr)
Fazit des Abends: Ein unwagnerischer Wagner? Kann das wahr sein?
Die Walküre
Donnerstag, den 30.07.09
Siegmund: Avgust Amonov
Sieglinde: Mlada Khudoley
Hunding: Gennady Bezzubenkov
Wotan: Mikhail Kit
Brünnhilde: Olga Savova
Fricka: Larisa Diadkova
Gerhilde: Zhanna Dombrovskaya
Ortlinde: Irina Vasilyeva
Waltraute: Nadezhda Serdyuk
Schwertleite: Lydia Bobokhina
Helmwige: Tatiana Kravtsova
Siegrune: Nadezhda Vasilyeva
Grimgerde: Anna Kiknadze
Rossweisse: Elena Vitman
1. Akt
Die bekannten Riesengestalten sind diesmal um ein Objekt gruppiert, das einer zu rundlich geratenen Tischplatte ähnelt; sie selbst wirken wie halb zusammengeklappte Stühle. Dass sie auch wie Objekte wirken, kommt u.a. dadurch, dass ihnen die Köpfe fehlen, die ihnen brutal abgerissen scheinen: Drähte stehen aus den Hälsen hervor. Sie werden den ganzen Akt über in dieser Stellung verharren, bis auf die letzte Minute, als Siegmund (Avgust Amonov) das Schwert zieht und das Objekt in der Mitte grün beleuchtet zur Decke gezogen wird. Der Akt ist leider langweilig (mein Nachbar zur Rechten ist anderer Meinung). Die Personen werden durch die sie haushoch überragenden Riesen - ich erwähnte es schon - zu kleinen Staffagefiguren reduziert, was durch die schlichte Kleidung verstärkt wird: Fricka (Larisa Laridkova) in Weiß, wie gestern; Wotan (Mikhail Kit) in Schwarz. Das Video-Design sorgt dafür, dass die Riesen immer wieder wie belebt wirken. Die schauspielerischen Leistungen sind im Allgemeinen so mäßig wie gestern; Ausnahmen bestätigen die Regel (Sieglinde, gesungen von Mlada Khudoley).
2. Akt
Die Riesen sind mit unförmigen Köpfen versehen worden; das runde Objekt liegt nun auf dem Boden.
Brünnhilde, gesungen von Olga Savova, ist fantastisch; sie wird auch am Ende den meisten Beifall bekommen. Leider wird sie an den nächsten beiden Abenden nicht wieder in dieser Rolle auftreten.
3. Akt
Drei der Riesen - mit Pferdeschädeln als Köpfen - stehen einander halb zugeneigt in der Mitte, der vierte liegt am Boden. Sein Schädel ist wie auf ihm deponiert.
Die Walküren sind großartig!
Siegfried
Freitag, den 31.07.09
…
Siegfried: Leonid Zakhozhaev
Mime: Vasily Gorshkov
Reisender (Wotan): Evgeny Nikitin
Alberich: Nikolai Putilin
Fafner: Gennady Bezzubenkov
Brünnhilde: Olga Sergeyeva
Erda: Zlata Bulycheva
Waldvogel: Anastasia Kalagina
Siegfried (Leonid Zakhozhaev) ist ein munterer junger Bursche, einem jungen Hund nicht unähnlich. Ist dies eine komische Oper??? Zakhozhaev kann jedenfalls singen UND spielen, was ich nach den beiden ersten Abenden als angenehme Abwechslung empfinde.
Die Riesen natürlich weiterhin in stummer Aktion.
Götterdämmerung
Samstag, den 01.8.09
…
Siegfried: Viktor Lutsyuk
Gunther: Evgeny Nikitin
Hagen: Mikhail Petrenko
Alberich: Nikolai Putilin
Brünnhilde: Larisa Gogolevskaya
Gutrune: Elena Nebera
Waltraute: Olga Savova
Erste Norne: Elena Vitman
Zweite Norne: Svetlana Volkova
Dritte Norne: Tatiana Kravtsova
Woglinde: Zhanna Dombrovskaya
Wellgunde: Lia Shvstsova
Flosshilde: Nadezhda Serdyuk
Wie immer beginnen wir 7 Minuten zu spät...
Wie immer erhält Gergiev bereits Bravorufe, bevor er den Taktstock auch nur erhoben hat…
Siegfried wirkt immer noch recht munter... ist allerdings auch durch einen anderen Sänger besetzt; diese Rolle ist bei weitem nicht die einzige, bei der dies so gehandhabt wird.
Grandios: Die Nornen, die drei Rheintöchter, das Heer,
ebenfalls die Kostümierung von Gunther, Hagen und Guntrune,
ebenfalls der schachbrettartige Tisch, der im ?.2. Akt zwischen den Riesen aufgebaut wird.
Ebenfalls grandios, aber aus verschiedenen Gründen etwas fraglich:
die dramatische Musik mit ihren einfachen Effekten nach Siegfrieds Tod (ich frage mich plötzlich: ist diese Musik vulgär??),
die wahnsinnige Brünnhilde mit ihrer bis an schmerzhafte Grenzen gehenden Gesangstechnik (ich frage mich: darf man das so machen? Macht sie - die Sängerin - es so, weil sie es nicht anders kann?).
Bemerkenswert: Die Riesen neigen sich am Schluss bis fast in die Horizontale; auf dem Rücken sitzen nun plötzlich je mehrere Sphinx-artige Gestalten.
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Begeisterter Beifall - aber ich bin gespannt auf die Rezensionen...
Beim Hinuntergehen meine ich auf der Treppe zu hören, wie sich jemand über brüchige Stellen der Handlung unterhält. Leider bekomme ich nicht genauer mit, worum es geht, aber: Ist ja auch irgendwie komisch, wie die Tochter Wotans (Brünnhilde) sich mit dessen Enkel (Siegfried) zusammentut und es zu einem weiteren Inzest kommt. Dann, am Ende von Siegfried schon, Brünnhildes Zorn über ihre Situation; gleichzeitig ein herumturtelnder Siegfried, der so recht nichts merken will. Kurz darauf wird von Brünnhildes Wut nichts mehr zu spüren sein und sie wird zur bedingungslos liebenden Frau. Obwohl die "Erlösung" durch Siegfried letztlich die Vollendung ihrer von Wotan betriebenen Demontage ist, die komplette Vermenschlichung (die nichts Menschliches hat), von der Göttin zur Frau. Nur ihre Stimmgewalt hat sie noch...
Und zum Schluss sei mir die ketzerische Frage erlaubt: Ist der Held Siegfried in dieser Aufführung eigentlich nur ein hirnloser Muskelprotz? (Wie gesagt: Ich kann nicht vergleichen, denn ich kenne keine anderen live-Aufführungen des Ring)
Und noch etwas: Falls ein Grund für die Art der Bühnengestaltung war, auch ein jüngeres Publikum anzuziehen, so war dieser Ansatz, bei dem in Beleuchtung und Video-Design hauptsächlich mit ständig wechselnden Farben sowie Licht- und Schatteneffekten gearbeitet wird, sicher immer noch viel zu brav, und es reicht wohl kaum aus, einen Regisseur nach seiner Jugendlichkeit auszusuchen (Zeldin soll 24 Jahre alt sein). Ich muss gestehen, ich ertappte mich nicht nur einmal dabei, wie ich mir das Ganze als Videospiel vorstellte…
Die Pausen: In der ersten des letzten Abends mache ich einen Spaziergang durchs ganze Haus, einschließlich Blick von der Terrasse (wo das gemeine Volk picknicken darf) auf Covent Garden, in der zweiten picknicke ich selbst mit meinem crayfish salad (köstlich!) und meinem lemon dessert (ebenfalls köstlich), beides von Prêt à Manger. Leider finde ich nur auf einem Heizkörper im unteren Eingangsbereich Platz...
Wie dem auch sei: Diese vier Abende des "Eintauchens", der "total immersion" in Wagners Musik war für mich zweifellos ein ganz außerordentliches Erlebnis, und ich bedaure keine Sekunde, dort gewesen zu sein. Im Gegenteil: Ich hatte mich jeden Tag aufs Neue darauf gefreut, zum Opernhaus hinfahren zu können. Die Rezensionen, die ich inzwischen online gelesen habe, sind allerdings teilweise vernichtend. Wer aber, so wie die von mir sonst sehr geschätzte klassische Musik-Bloggerin (und Korngold-Biografin) Jessica Duchen zuerst dazu auffordert, um Gottes Willen auf jeden Fall diesen Ring zu besuchen, weil es das Erlebnis dieses Londoner Sommers überhaupt sei, dann aber selbst nur zwei Abende besucht und über alle vier urteilt (sie entschuldigt sich dafür, eine vollkommen irrige Empfehlung abgegeben zu haben), den kann ich kaum ernst nehmen. Die eigentliche Bewertung steht für mich also noch aus.
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Thema: Splatter-Movie in der Kölner Oper |
Travi
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Nach dem vielzitierten Presse-Brimborium ante factum fand ich gestern nun endlich einen Artikel nach der Aufführung. Hier also zur Abwechslung mal die Stimme von einer, die das Stück in Köln erlebt hat. Regine Müller schrieb am 11.05. in der Düsseldorfer Rheinischen Post unter dem Titel Und der Skandal? Oper "Samson".
Natürlich vergisst sie nicht den psychischen Stress zu erwähnen, dem sich vor allem die beteiligten Statisten ausgesetzt gesehen hätten. Der Skandal sei bei der Premiere aber ausgeblieben; im Gegenteil habe es überwiegend stürmische Begeisterung gegeben. (Die Kritikerin selbst gibt sich eher verhalten.) Dirigent (Enrico Delamboye) und Orchester (Gürzenich-) werden gelobt, die Solisten scheinen bis auf die erkrankte Ursula Hesse von den Steinen, die nicht selbst sang sondern singen ließ, ordentliche Arbeit geleistet zu haben. "Viel Lärm um nichts", heißt es abschließend.
Jetzt wäre es interessant, hier von jemandem zu hören, der auch dabei war.
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Thema: Heute neu gekauft - Jahr 2009? |
Travi
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Immer noch auf dem Anna-Tripp, wie Ihr seht...
(Leider kriege ich z.Z. mal wieder kein Bild hin, sondern nur Links, und zwar egal, ob ich's von jpc.de oder von amazon.de aus versuche.)
Dieses Werk hätte ich mit der gleichen Starbesetzung in den beiden Hauptrollen kürzlich in London erleben können, aber da ich schon Karten für die Wigmore Hall hatte, kam es nicht dazu (die Alternative war allerdings hervorragend; mehr davon demnächst an anderer Stelle). Aber was nicht ist, kann (hoffentlich) noch werden:
Vincenzo Bellini
I Capuleti e I Montecchi
Anna Netrebko : Elina Garanca
Wiener Singakademie : Wiener Symphoniker
Fabio Luisi
live recording
DG 2009
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Thema: Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2009 ? |
Travi
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Ich muss es gestehen: Ich bin eigentlich kein "richtiger" Anna-Fan, wollte es aber nun doch mal wissen. Vorgestern habe mir diese CD gekauft:

anna netrebko
roland villazón
duets
staatskapelle dresden
nicola luisotti
2007 DG
Ich kann es nicht wirklich beurteilen, aber die beiden hier zu hören macht schon Spaß!
Travi
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Thema: Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2009 ? |
Travi
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Original von ab
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Original von Travi
Heute Morgen bei mir Bronislaw Huberman:
Concert and Recital Recordings
Beethoven - Smetana - Bach

Arbiter o.J.
Interessantes Beiheft übrigens, mit zwei völlig konträren Beiträgen zu Hubermans Spiel, von Carl Flesch, der alle möglichen Defizite unterstellt, da Huberman früh "in seiner Entwicklung stehengeblieben" sei, und Hans Keller, der Huberman à la Flesch (zum Glück!) nicht wiederzukennen vermag...
Ich höre diese - leider nicht rauschfreie - CD immer wieder sehr gerne. |
Hat du vom selben Label auch sein Brahms-Sonaten-Aufnahme?
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Nein, leider nicht.
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Thema: Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2009 ? |
Travi
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Mit Krenek hat's heute begonnen, mit Krenek hört's heute wohl auch auf:

Wolfgang Holzmair, Bariton
Gérard Wyss, Klavier
Philips Classics 1998
DDD
Eine kleine, merk-würdige Kostbarkeit, Kreneks Reisebuch aus den österreichischen Alpen, eine teilweise auch ironisch gebrochene Huldigung an Schubert und an Österreich.
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Thema: Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2009 ? |
Travi
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Original von thwinter12
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Original von Travi
Krenek auch bei mir:
Jonny spielt auf
Diese Doppel-CD wollte ich schon seit gut einem Jahr hören... nun ist es endlich soweit, und ich kann leider nicht sagen, dass ich sonderlich begeistert wäre. |
Hallo Travi,
welche CDs von Krenek hast Du noch zuhause? Vielleicht noch einige Opern von Ihm? Weshalb kauftest Du Dir "seinen Jonny"? Eine Oper, welche zwischen 1927 und 1930 allein in Europa an 70 verschiedenen Bühnenstandorten gespielt wurde! Mit diesem Sensationserfolg hatte Ernst Krenek wahrlich nicht gerechnet.
In Österreich nutzten die Austria Tabak Werke diesen Erfolg und benannten eine Zigarettenmarke nach dem Titelhelden ("Johnny"). Gibt es glaube ich heute noch!? (bin kein Raucher
)
Servas,
Thomas |
Hallo Thomas!
Dies sind die CDs, die ich von Krenek besitze:
Violin concerto No. 1 op. 29
Juillet, Rundfunk-Sinfonie O Berlin, Mauceri DDD Decca Entartete Musik 4524812
Symphony No. 1 op. 7
Radio-Philharmonie Hannover des NDR, Ukigaya DDD CPO 9993592
Symphony No. 2 op. 12
Gewandhaus O Leipzig, Zagrosek DDD Decca Entartete Musik 4524792
Symphony No. 5 (1949)
Radio-Philharmonie Hannover des NDR, Ukigaya DDD CPO 9993592
Reisebuch aus den österreichischen Alpen op. 62, Fiedellieder aus dem "Liederbuch dreier Freunde" op. 64
Holzmair, Wyss DDD Philips 4544462
Jonny spielt auf
Kruse, Marc, St Hill, Kraus, Posselt, Leipzig Opernchor, Gewandhaus O Leipzig, Zagrosek DDD Decca Entartete Musik 4366312
Keine weiteren Opern, wie Du siehst. Jonny spielt auf war eine Anschaffung (schon länger her), die im Zusammenhang mit meiner Korngold-Begeisterung stand. Ich wollte einfach hören, was "die Konkurrenz" damals machte und was es war, das Vater Korngold so in Rage brachte, dass er eine üble Kampagne gegen Kreneks Werk startete.
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Thema: Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2009 ? |
Travi
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Heute Morgen bei mir Bronislaw Huberman:
Concert and Recital Recordings
Beethoven - Smetana - Bach

Arbiter o.J.
Interessantes Beiheft übrigens, mit zwei völlig konträren Beiträgen zu Hubermans Spiel, von Carl Flesch, der alle möglichen Defizite unterstellt, da Huberman früh "in seiner Entwicklung stehengeblieben" sei, und Hans Keller, der Huberman à la Flesch (zum Glück!) nicht wiederzukennen vermag...
Ich höre diese - leider nicht rauschfreie - CD immer wieder sehr gerne.
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Thema: Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2009 ? |
Travi
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Original von thwinter12
"Op. 001b: Tanzstudie für Klavier (1920)"

Ernst Krenek (1900-1991)
"Lieder"
Katherine Arthur (Sopran)
+ Reinhard Schmiedel (Klavier) 1998
ORFEO 1999
Servas,
Thomas |
Krenek auch bei mir:
Jonny spielt auf
Leipzig Opernchor
Gewandhausorchester Leipzig
Lothar Zagrosek

Decca 1993
Diese Doppel-CD wollte ich schon seit gut einem Jahr hören... nun ist es endlich soweit, und ich kann leider nicht sagen, dass ich sonderlich begeistert wäre. Macht aber nichts; da muss ich dann eben nochmal ran... Mit dem Titel der Reihe ("Entartete Musik") bin ich allerdings ganz und gar nicht einverstanden, und das wird auch ein nochmaliges Hören nicht ändern.
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Thema: Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2009 ? |
Travi
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Ein Sonntagmorgen mit Mozart - das gab's bei mir lange nicht mehr; leider habe ich bei Amazon kein Bild gefunden:
Flute Concertos Nos 1 and 2
Patrick Gallois, Flute,
Fabrice Pierre, Harp,
Swedish Chamber Orchestra
Naxos DDD 8.557011
2003
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Thema: Musikführer |
Travi
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Original von Poztupimi
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Original von Travi
Immer, wenn es um Oper geht, schaue ich sehr gerne hier hinein:
Charles Osborne
The Opera Lover's Companion
New Haven and London
Yale University Press
2004
Der Band verzeichnet an die 200 Opern aus fast 350 Jahren, angefangen bei Monteverdis Orfeo von 1607 bis hin zu Henzes Boulevard Solitude von 1952. Er ist alphabetisch nach Komponisten geordnet; innerhalb des jeweiligen Oeuvre erscheinen die wichtigsten Opern in chronologischer Reihenfolge, wobei dem jeweils ersten Werk Notizen zu Leben und Werk des Komponisten vorangestellt werden. Wie Osborne bereits in seinem kurzen Vorwort anmerkt, rundet eine persönliche Einschätzung und - natürlich - ein Hinweis auf besonders gelungene Aufnahmen jeden Eintrag ab.
Es macht Spaß, die sachlich aber nie trocken geschriebenen, knappen aber gleichzeitig immer faktenreichen Inhaltsangaben zu lesen. Besonders wichtige Arien u.a. werden hervorgehoben. Das gängige Repertoire und sogar ein bisschen mehr ist zu finden. Ein Titelindex sowie ein allgemeiner Index ergänzen den insgesamt 627 Seiten umfassenden Band. |
Liebe Travi,
vielen Dank für den Tip, eine Frage:
ich selber nutze sehr gerne diesen immer mal wieder neu aufgelegten (ich kenne noch eine Auflage aus den 50er Jahren, die meinem Vater gehörte) und dann ergänzten Opernführer:

Kloiber, R., Konold, W., & Maschka, R. (2004): Handbuch der Oper; 10., durchges. Aufl., XV +929 S.; (dtv/Bärenreiter).
Kennst Du den vielleicht auch, sodaß Du vergleichen kannst?
Insgesamt scheinen mir nach Deiner Beschreibung beide recht ähnlich aufgebaut zu sein, allerdings fehlen Kloiber et al. irgendwelche Empfehlungen von Aufnahmen.
Viele Grüße,
Wolfgang |
Lieber Wolfgang,
leider kenne ich den von Dir genannten Opernführer nicht. Wollte eigentlich wenigstens einen Blick hineinwerfen, was aber leider in den mir zugänglichen Buchhandlungen nicht möglich war. Vielleicht gelingt es mir ja noch.
Was die Empfehlungen angeht, so finde ich das eigentlich etwas problematisch, denn Osborne gibt immer nur eine - und meist ist es nicht nicht eine, die ich habe
Herzliche Grüße,
Travi
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Thema: Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2009 ? |
Travi
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Bei mir gerade zum wiederholten Male diese wunderbare CD mit z.T. vorher nicht veröffentlichten Aufnahmen unter dem Dirigat von Furtwängler:

Herzliche Grüße,
Travi
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Thema: Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2009 ? |
Travi
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Original von Gamaheh
| Zitat: |
Original von kreisler
Ich spiele schon länger mit dem Gedanken mich Wagner etwas zu nähern |
Ich auch - seit ungefähr zwanzig Jahren (seit ein befreundeter nicht-deutscher Musiker sich verwundert über meine Unkenntnis äußerte, weil er dachte, alle Deutschen würden Wagner mit der Muttermilch in sich aufnehmen); im Laufe der Jahre bin ich zu der Überzeugung gelangt, daß Wagner der spielerischen Annäherung gegenüber nicht aufgeschlossen ist, und solange der Leidensdruck, Wagner nicht zu kennen, mich nicht übermächtigt, werde ich mich ihm auch nicht ernsthaft nähern.
Grüße,
Gamaheh |
Liebe Gamaheh,
wie bist Du denn zu dieser Überzeugung, von der Du schreibst, gelangt? Du klingst, als hättest Du Dich 20 Jahre lang immer wieder mit Wagner beschäftigt, aber als ob's irgendwie nicht hat klappen wollen.
Grüße,
Travi
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Thema: Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2009 ? |
Travi
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| Zitat: |
Original von Amadé

Hallo Travi,
Böhm war auch meine erste, noch auf 5 LP, auf Seite 10 sind noch Probenaufnahmen drauf. Eine herrliche Aufnahme! Hör Dir nochmal die Stelle im 2. Akt unmittelbar nach dem Liebesduett an, wo die beiden entdeckt wurden, was da im Orchester passiert!
Grüße Amadé |
Bin gerade dabei!
Meinst Du, was im Orchester passiert, oder im Auditorium? Ich dachte, was Du meinst, hätte Holger Noltze in seinem Wagner für die Westentasche (München 2008; übrigens ein tolles Büchlein, finde ich) auf S.113 so beschrieben: "Nur schemenhaft kommt die Außenwelt ins Bild; spätestens mit dem Liebestrank von Tristan und Isolde gerät auch das Publikum unter Drogeneinfluss. Im alle bekannten Dimensionen sprengenden Nacht-süchtigen Liebesduett im II. Akt verwischen nicht nur die Ich-du-Grenzen, auch (in guten Aufführungen) die zum Parkett."
Gruß,
Travi
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Thema: Was höre ich gerade jetzt - Jahr 2009 ? |
Travi
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Original von Amadé
| Zitat: |
Original von Travi
Mein zweiter Tristan innerhalb der letzten Wochen. |
Ich sehe, endlich wird auch mal wieder der Bereich Oper angestoßen. Herzlichen Glückwunsch.
Und wer war dein erster?
Grüße Amadé |
Dieser:

P.S.: Habe den Furtwänglerschen heute Abend sogar schon zu Ende gehört; man glaubt es kaum! Ich bin immer noch total überrascht darüber, wie gut mir Wagner gefällt. Jetzt muss ich wohl den von Böhm auch nochmal hören...
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Thema: Tenöre von heute: Villazon,Florez & Co |
Travi
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07.03.2009 21:32 |
Forum: Sänger |
Kleine Notiz am Rande:
Wieso "ein anderer als ein Franzose"? RV hat doch die französische Staatsbürgerschaft! Dies las ich am letzten Wochenende in einer der englischen Sonntagszeitungen, und ein Blick in die französische Wikipedia hat es mir gerade nochmal bestätigt.
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