BBC - TOP 20 Sopranos |
manrico
Dabei seit: 08.04.2007
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Herkunft: Wien
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Hallo Nikolaus !
Ich habe Karita Mattila zu wenig oft gehört, um was Gscheites über sie sagen zu können, ich kenne sie bewußt nur als Emma in der Fierrabras - Einspielung, aber da gefällt sie mir auch sehr, sehr gut.
In puncto Bühnenpräsenz darf man auch Soile Isokoski nicht unerwähnt lassen. Sie hat in Wien eine wirklich fantastische Rachel in Halevys Jüdin gesungen - sehr stark, gar nicht auf Weibchen getrimmt, mit unglaublicher Bühnenpräsenz. Man muß zu diesen Aufführungen (die auch auf CD vorliegen - einer der Höhepunkte der letzten 10 Jahre in der Wiener Staatsoper) sagen, dass auch die Partner außergewöhnlich waren - Shikoff, Todorovich, Schörg, Miles).
Kann ich wirklich sehr empfehlen.
Liebe Grüße
Werner
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17.05.2007 01:24 |
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Ganong unregistriert
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| RE: Berganza und Gruberova |
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Lieber Nikolaus ,
Karitta Mattila ist auch in der BC Music Magazine -Liste enthalten . Man möchte fast sagen natürlich .
Wenn wir die grossen , alten Damnen , meist inzwischen verstorben , dann hinzufügen im Vergleich , dann ist dies um erstaunlicher . Dies Nicht-Ein-Mann-Entscheidung spricht auch dafür , dass , man sehe es mir bitte nach , die Musikwelt nicht bei Rosa Ponselle stehengebliben ist .
Wer mir in der Aufreihung sehr gefehlt hat , das waren
Teresa Stratas u n d
Anna Moffo !
Letztere war sicherlkich eine der besten , überzeugensten Sängerinnen u n d Darstellerin verschiedener Mozartrollen .
Dir alles Gute !
Frank
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17.05.2007 19:24 |
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nikolaus
Dabei seit: 01.04.2006
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Herkunft: Bonn
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| RE: Berganza und Gruberova |
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| Zitat: |
Original von Ganong
Lieber Nikolaus ,
Karitta Mattila ist auch in der BC Music Magazine -Liste enthalten . |
Entschuldigung, ich hätte wohl lieber noch mal oben nachlesen sollen!
Herzliche Grüße, Nikolaus.
__________________ Tanzen, das ist der glücklichste Rhythmus des Lebens...
M. Sauvageot
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17.05.2007 21:02 |
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Jimi

Dabei seit: 04.04.2006
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Herkunft: Großraum Nürnberg
Themenstarter
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| RE: BBC - TOP 20 Sopranos |
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Hallo miteinander,
ich habe hier einmal alle „fehlenden Sängerinnen“ aufgelistet die bisher von Euch genannt wurden:
Lotte Lehmann
Irmgard Seefried
Elisabeth Grümmer
Zinka Milanov
Sena Jurinac
Katia Ricciarelli
Leyla Gencer
Eileen Farrell
Ghislaine Raphanel
Rene Fleming
Elisabeth Rethberg
Sumi Jo
Pierette Alarie
Barbara Hendricks
Astrid Varnay
Martha Mödl
Edita Gruberova
Mirella Freni
Kiri te kanawa
Anna Netrebko
Soile Isokoski
Teresa Stratas
Anna Moffo
23 wenn ich mich nicht verzählt habe, also schon mehr als in der BBC Liste.
Es sind etliche dabei die auch mir in der BBC Liste sehr gefehlt haben, vor allen Farrell, Lehmann, Milanov, Grümmer, Jurinac, Rethberg und Freni.
| Zitat: |
Original von manrico
In punkto Barockoper bin ich ahnungslos wie ein Neugeborenes.
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Hallo Werner,
man kann und muß nicht alles kennen/mögen, aber da entgehen dir event.einige hochinteressante Sänger/innen, wie z.B.
Sandrine Piau
Momentan meine Nr.1 für Barockmusik.
| Zitat: |
Original von Ganong
A l l e französischen Sopranisten vermisse ich schmerzlich .
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Hallo Frank,
vermisst du wirklich alle ?
Mit Regine Crispin ist ja immerhin eine dabei, wenn man bedenkt dass es sich um eine „englische Liste“ handelt gar nicht so wenig.
Ok, Spaß beiseite, mir fallen außer Sandrine Piau noch ein paar französische Sopranistinnen ein die man auflisten kann :
2 aktuelle:
Veronique Gens
Natalie Dessay
und 2 von früher :
Germaine Lubin(fantastische Wagnerinterpretin)
Ninon Vallin
Und ansonsten würde ich noch dazunehmen (nicht aus Frankreich):
Angela Gheorghiu
Magda Olivero
Viele Grüße von
Jimi
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20.05.2007 20:07 |
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manrico
Dabei seit: 08.04.2007
Beiträge: 202
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Im Rahmen der Spitzensoprane muss ich jetzt doch auch die Französin Annick Masis ins Spiel bringen. Es scheint, als würde sie von der Öffentlichkeit noch nicht so wahr genommen wie sie es eigentlich werden sollte. Ich kenne sie aus drei Einspielungen, habe sie aber noch nie live erlebt (Margarita d'Anjou, Mathilde di Shabran und Francesca di Foix - Danke für den Tipp, Jimi, ein wirklich unterhaltsame Oper) und jedesmal zeigt sie ihre außergewöhnliche Brillanz.
Massis hat ein wunderschönes weiches, rundes Timbre und eine sehr präzise, kristallklare Höhe und funkelnde Spitzentöne ohne Schärfen oder Spreizungen. Damit unterscheidet sie sich von Netrebko (die ein schönes Timbre hat (und nicht nur das ist schön
), aber oft unpräzise ist - trotzdem bin ich der Ansicht, dass die Oper Netrebkos wie einen Bissen Brot braucht), Gruberova (kein besonders schönes Timbre- über den Rest will ich aus Höflichkeit lieber nix sagen, oft hauchige Töne. Trotzdem ist sie mir auf CD lieber als auf der Bühne - da hat sie eine geradzu widerwärtige Arroganz und posiert bis zur Lächerlichkeit), Sutherland (sehr verhangene, nebelige Stimme, immer ein bißchen einförmig, aber sauber gesungen), Dessay (die ersten Auftritte in Wien als Olympia waren sensationell, als Regimentstochter hab ich sie etwas scharf gefunden), Caballe (kalt und glatt, aber fast immer präzise - Ausnahme: Anna Bolena- ein Debakel auf offener Bühne. Hingegen ist sie auf ihren ersten Recitals fantastisch) oder Scotto (hohe Töne geraten ihr immer zum scheußlichen gespreizten Schrei, der Rest ist von quälender Langeweile - besonders schlimm ist ihre altjüngferliche Gilda unter Gavazzeni, bei der man sich nicht wundert, dass nach ihrem monotonen penetranten Gesinge "Lassu in ciel" Rigoletto doch lieber wieder an den Hof zurückkehrt und auch der Herzog nach einer Nacht Reißaus nimmt).
Die Stimme von Massis scheint nicht besonders groß zu sein, setzt sich aber mühelos in Ensembles durch und besticht durch Brillianz und Schönheit.
Bei Mathilde di Shabran steht sie meiner Meinung nach völlig zu unrecht im Schatten von Florez (der fraglos sensationell ist und das bessere Marketing hat). Die atemberaubenden Koloraturen hören sich völlig mühelos an. Dasselbe gilt für ihre Margarita d'Anjou. Auch hier fällt auf, dass es sich um eine insgesamt sehr saubere, offenbar gut vorbereitete Produktion mit hervorragenden Sängern (Ford, Barcellona, Miles) handelt.
Ich finde es jedenfalls sehr erfreulich, dass sich so exzellente Sänger um weniger gängiges Repertoire annehmen und auf höchstem Niveau musizieren.
Liebe Grüße
Werner
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30.07.2007 12:26 |
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Jimi

Dabei seit: 04.04.2006
Beiträge: 343
Herkunft: Großraum Nürnberg
Themenstarter
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Hallo Werner,
ich kenne Annick Massis ebenfalls aus drei Einspielungen : Mathilde di Shabran, Francesca di Foix und Hippolyte et Aricie von Jean-Philippe Rameau. Die von dir genannte Margarita d'Anjou ist mir nicht bekannt.
Ich halte sie ebenfalls für eine sehr gute Sängerin, kann mich aber deiner positiven Beurteilung zumindest was die Shabran angeht nicht ganz anschließen.
Es handelt sich ja um eine Live-Aufnahme, und ich habe den Eindruck das sie bei der Auführung nicht 100% in Form war. Speziell in dem(sehr schwierigen) Schlußrondo klingt sie für mich doch nicht gerade mühelos. Aber Live ist eben nun mal Live da kann das schon mal vorkommen.
In der "di Foix" finde ich sie deutlich besser, aber ich glaube das ihre eigentliche Stärke in der franz. Barockmusik liegt . In der Rameau Oper singt sie nur eine Nebenrolle, aber da klingt sie wirklich sehr sehr gut, die Aufnahme ist auch schon etwas älter(1995) vielleicht hat es auch damit etwas zu tun.
Auch eine andere Sängerin die hier schon einmal kurz erwähnt habe hat ihre Stärken auch ganz klar bei bei Barockmusik : Sandrine Piau.
Wie viele der derzeit besten Barockinterpreten (zb Veronique Gens, Jean Paul Fouchecourt oder Mark Padmore) hat sie früher bei William Christie's Ensemble " Les Arts Florissants gesungen.
Sandrine Piau hat zwar auch keine besonders große Stimme dafür aber eine mühelose Höhe und eine sensationelle Gesangstechnik. Das besondere dabei : ihre teilweise atemberaubende Virtuosität wirkt (auf mich) bei ihr, im Gegensatz zu mancher Kollegin, nie als Selbstzweck oder "aufgesetzt" sondern immer als natürlicher Teil der Musik.
Damit keine Missverständnisse aufkommen, sie singt auch weniger verzierte Musik sehr intensive und ausdrucksstark.
Hier mal ein paar Beispiele von youtube.
Am besten find ich den ersten Clip von einer Probe, da kommt echt Freude auf:
Sandrine Piau bei einer Probe von Vivaldi's Motette "In furore"
"Se pieta" aus Händel's Giulio Cesare
Das ganze gibt's auch auf Cd :


Jimi
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04.10.2007 18:14 |
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den thread habe ich gerade erst entdeckt...also eine TOP 20 - Liste und M. Freni nicht dabei? Für mich völlig undenkbar!
aber über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten...zudem kommt es darauf an, unter welchen Gesichtspunkten man seine Präferenzen aufstellt. Für mich, der ich erstens Opern nur manchmal höre, Wagner nur ohne Worte mag und zudem selten Gelegenheit hatte, Opernaufführungen zu sehen und die DVD als Musikmedium nicht schätze steht naturgemäß das Schauspieltalent und die Wagnertauglichkeit nicht im Vordergrund...es ist dann einzig und allein die Stimme die mich berührt, bezogen auf den Vortrag besonders italienischer, französischer und russischer Opern - und da darf es gerne "schön" (natürlich auch ein sehr auslegbarer Begriff) klingen.
Ich oute mich da gleich mal als Abweichler: Callas klingt mir oft zu "unschön", wenn es natürlich auch von ihr Aufnahmen gibt die mich berühren. Freni, auch Caballé rühren mich oft mehr...und man mag ja den "Hype" um Netrebko ablehnen und es mag auch überaus fraglich sein, ob man in 50 Jahren von ihr als "Große Diva" sprechen wird, aber für mich ist durchaus wichtig, wie Sänger(innen) mit der Sprache zurechtkommen, italienische Oper ist mE´s sehr für italienische, zumindest südeuropäische Zungen gemacht, russisches Repertoire singt für mich kaum jemand "schöner" als Netrebko (wie gesagt, Konzerteindrücke mögen da ganz anders sein)
Jedenfalls halte ich von solchen sich offiziell gebenden Ranglisten herzlich wenig, vor allem wenn dann noch nicht einmal repertoirebezogen bewertet wird.........Birgit Nilsson in Pique Dame??, Emma Kirkby als Mimi?? Maria Callas singt William Byrd?? Man braucht sich nur so etwas vorzustellen und weiß dass es völlig egal ist wieviel "Experten" die befragt haben.....
"Ranglisten" von Forenmitgliedern sind hingegen durchaus hilfreich, man lernt sich nämlich besser kennen.
Gruß
Henning
__________________ Anstatt die besten Wissenschaftler in die Rüstungsindustrie und Raumfahrt zu schicken, hätte die SU sie ins Melodya-Tonstudio schicken sollen - was für eine vertane Chance...............
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04.10.2007 22:35 |
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Jimi

Dabei seit: 04.04.2006
Beiträge: 343
Herkunft: Großraum Nürnberg
Themenstarter
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| Zitat: |
Original von Jimi
ich kenne Annick Massis ebenfalls aus drei Einspielungen : Mathilde di Shabran, Francesca di Foix und Hippolyte et Aricie von Jean-Philippe Rameau.
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Jetzt ist noch eine dazugekommen, Rossini "L'INGANNO FELICE" ua mit Annik Massis und Raul Gimenez :

Die Aufnahme ist von 1997, ich höre gerade rein.
Nach meinem ersten Eindruck ist Annik Massis auch hier besser bei Stimme als in "Mathilde di Shabran".
| Zitat: |
Original von HenningKolf
Ich oute mich da gleich mal als Abweichler: Callas klingt mir oft zu "unschön", wenn es natürlich auch von ihr Aufnahmen gibt die mich berühren. Freni, auch Caballé rühren mich oft mehr...und man mag ja den "Hype" um Netrebko ablehnen und es mag auch überaus fraglich sein, ob man in 50 Jahren von ihr als "Große Diva" sprechen wird, aber für mich ist durchaus wichtig, wie Sänger(innen) mit der Sprache zurechtkommen, italienische Oper ist mE´s sehr für italienische, zumindest südeuropäische Zungen gemacht, russisches Repertoire singt für mich kaum jemand "schöner" als Netrebko (wie gesagt, Konzerteindrücke mögen da ganz anders sein)
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Hallo Henning,
wenn du Maria Callas Stimme oft als "unschön" empfindest bist du ganz sicher kein Abweichler, ich meine da sind sehr viele der gleichen Ansicht.
Man muß allerdings dazusagen das MC ihre Stimme manchmal im Sinne der Musik bewusst unschön hat klingen lassen, zb in Verdi's MACBETH, auf der anderen Seite gibt es Aufnahmen wie zb "Come per me sereno" aus LA SONNAMBULA wo ich ihre Stimme als wesentlich schöner empfinde.
Das ist aber natürlich auch alles Geschmacksache, wenn jemand eine Stimme absolut nicht mag, dann ist das halt so.
Bei Freni und Caballe würde mich interessieren, ob du konkrete Aufnahmen nennen kannst wo sie dich mehr rühren als MC, oder ob das eher ein "allgemeines Empfinden" ist?
Wenn du magst kannst du ja im Callas-Thread etwas dazu schreiben.
Bei Netrebko sehe ich das mit dem russischen Repertoire genau wie du, ihr "Russisches Album" ist IMO ihre bisher beste Aufnahme.
Jimi
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19.10.2007 11:09 |
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Original von Jimi
Hallo Henning,
wenn du Maria Callas Stimme oft als "unschön" empfindest bist du ganz sicher kein Abweichler, ich meine da sind sehr viele der gleichen Ansicht.
Man muß allerdings dazusagen das MC ihre Stimme manchmal im Sinne der Musik bewusst unschön hat klingen lassen, zb in Verdi's MACBETH, auf der anderen Seite gibt es Aufnahmen wie zb "Come per me sereno" aus LA SONNAMBULA wo ich ihre Stimme als wesentlich schöner empfinde.
Das ist aber natürlich auch alles Geschmacksache, wenn jemand eine Stimme absolut nicht mag, dann ist das halt so.
Bei Freni und Caballe würde mich interessieren, ob du konkrete Aufnahmen nennen kannst wo sie dich mehr rühren als MC, oder ob das eher ein "allgemeines Empfinden" ist?
Wenn du magst kannst du ja im Callas-Thread etwas dazu schreiben.
Bei Netrebko sehe ich das mit dem russischen Repertoire genau wie du, ihr "Russisches Album" ist IMO ihre bisher beste Aufnahme.
Jimi |
hallo, also direkte Vergleiche fallen mir jetzt auf Anhieb nicht ein, aber ich kann Dir sagen, welche Aufnahmen ich mit Freni und Caballé habe, die mir sehr gut gefallen (sind auch nicht viele, da ich Opern, insbesondere Gesamteinspielungen wirklich nur selten höre)
Cavalleria Rusticana - Freni, Pavarotti, Varady
La Bohéme mit Karajan
L´amico Fritz mit Pavarotti
Madame Butterfly Karajan
Guillaume Tell - Caballé, Gedda, Bacquier
(glaub ich jedenfalls dass das zutreffende Angaben sind, schreibe gerade vom Büro aus
)
alles Aufnahmen, die ich mir zugelegt habe, weil ich Ausschnitte im Radio oder sonst irgendwo gehört habe und meinte ich müsse diese Einspielung haben....
Callas hat den Funken bisher nur mit "La mama morta" entzündet (aus dem Filmsoundtrack zu "Philadelphia", keine Ahnung wo die Filmleute die Arie ausgegraben haben...oder es ist perfektes Remastering..Andrea Chenier von 1955 mit Monaco ist es wohl nicht, da habe ich mal reingehört, klang grauenhaft, jetzt meine ich die Aufnahme, nicht die Callas)
und meine Lieblingsarie "Ebben? Ne andro lantana" aus La Wally mag ich mit der Tebaldi deutlich lieber als mit Callas
was ich von der Callas kenne stammt von Samplern oder aus Radio und Fernsehen
Gruß
Henning
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29.10.2007 17:48 |
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manrico
Dabei seit: 08.04.2007
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Herkunft: Wien
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Hallo Henning!
Die Aufnahmen, die du von der Freni beschreibst, gehören nicht zu meinen Lieblingsaufnahmen, weil ich das Schielen auf die Emotion, wie das Karajan in dieser Zeit in extensio betrieben hat, nicht mag (ich bin gegenüber Puccini generell ein wenig allergisch und gegenüber seinen Heulopern ganz besonders - Boheme halt ich nur mit Björling unter Beecham aus, und die Butterfly kann ich nur ertragen, wenn sie von der Jurinac gesungen wird). Strafverschärfend wird die Geschichte, wenn der Partner Pavarotti heisst.
Ich muss mich aber gleich selbst korrigieren, ich kenne eine Kombination, in der das gut geht: "La figlia del reggimento" 1969.
Die Stimmfarbe der Freni ist zwar recht schön, aber nicht besonders modulationsfähig. Alles hört sich mehr oder minder gleich an. Wenn sie ein schlichtes Kind vom Land gibt, glaubt man ihr das. Eine große Dame, eine erotische Verführerin war sie nie. Freni hat wie Ricciarelli den Fehler gemacht, Rollen wie die Aida zu singen. Das hat beiden schönen Stimmen nachhaltig geschadet (Ricciarelli hatte für mein Empfinden trotzdem immer das kostbarere Material). Trotzdem hatte Ricciarelli eine Reihe anderer Fähigkeiten, die diesen Fehler auch in späteren Tagen mehr als ausgeglichen haben. Ricciarelli hat wie kaum eine andere Sängerin ihre Rollen gelebt und tatsächlich verkörpert (Elisabetta im Don Carlos, Maria Stuarda, Desdemona, Mimi) Freni ist (fast) denselben Partien gegenüber völlig hilflos gewesen (beide in diesen Rollen live erlebt - kein Vergleich). Ricciarelli war intensiv, wandlungsfähig, verwundbar, differenziert, elegant. Diese Fähigkeiten haben der Freni gefehlt. Sie ist immer ein bissl patschert und naiv über die Bühne gestolpert und man hat gewusst, da kommt das Kind vom Land. Im Live-Mitschnitt Otello aus der Scala hört man förmlich ihr Ungeschick. Da liegen Welten zwischen der Rollengestaltung der Freni und der von Ricciarelli, Jurinac oder Tomowa-Sintow (eine fast kühle, äußerst elegante Desdemona, darum auch so faszinierend).
Mit Schrecken erinnere ich mich noch an die Manon Lescaut Premiere, als die Freni reichlich fortgeschritten mit ihren 17 Jahren mit Roßschwanz über die Bühne hopst. Das war fast so komisch wie der Tod Otellos, dargestellt vom unvergleichlichen Franco Bonisolli (ich bin immer nur wegen seiner Sterbeszene in seinen Otello gegangen, das war eine garantierte Lachnummer).
Auch wenn sie "Mireille" singt, trifft sie meiner Meinung nach den Ton für Gounods unglückliche Heldin nicht.
Wirklich gut finde ich sie eben nur als Marketenderin Marie. 1969 verfügt sie auch noch über ein Koloraturrepertoire, das ich ihr eigentlich nicht zugetraut hätte, da ich sie live ja nur aus ihren letzten Jahren kenne.
Aus diesen Gründen steht die Freni bei mir nicht auf der Liste meiner Liebligssängerinnen.
Lg
Werner
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30.10.2007 01:50 |
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@Werner
"a bisserl patschert", lange nicht mehr gehört Eure Sprache..muss mal wieder hin nach Wien glaub ich (nicht nur der Kultur, auch der Esskultur wegen..Topfennockerln im Café Central - glaube so heißt das - hmmmm)...aber zurück zum Thema: ich schrieb ja weiter oben schon, dass ich nur Gelegenheitshörer bin und zudem - ich lebe mittlerweile leider in der tiefsten Provinz (vielleicht mag ich ja deshalb schlichte Landkinder
)- seit Jahren kaum noch Live-Oper erlebe und auch keinen Großbildfernseher mit 5.1 Anlage mein Eigen nenne, also auch keine Musik-DVDs schaue..deshalb kommt es für mich auf visuelle Eindrücke und Schauspieltalent nicht an...ich glaube als bekennender Opernfan und Opernhausbesucher ändert sich der Geschmack automatisch..Puccini oder nicht ist im übrigen auch Geschmacksfrage
eine Präferenzänderung durch Erfahrung habe ich in der Sinfonik bei mir selbst mit zunehmender Erfahrung jedenfalls ausmachen können.
Gruß Henning
__________________ Anstatt die besten Wissenschaftler in die Rüstungsindustrie und Raumfahrt zu schicken, hätte die SU sie ins Melodya-Tonstudio schicken sollen - was für eine vertane Chance...............
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30.10.2007 08:54 |
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manrico
Dabei seit: 08.04.2007
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Herkunft: Wien
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Hallo Henning!
Das war natürlich keine Attacke gegen die Landkinder!! Und was ich hier schreibe sind nur meine höchst subjektiven Eindrücke und Vorlieben, und die erheben keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit oder Richtigkeit.
Lass dir von mir deinen Puccini nicht madig machen. Ich find, dass es gut sind, dass die Leute hier unterschiedlicher Meinung sind, denn sonst könnten wir uns ja die Diskussionen sparen.
Lg
Werner
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30.10.2007 17:25 |
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Mach Dir mal keinen Kopf wegen des Landkinds, ich fühle mich da keineswegs getroffen - ich bin ja auch keins, "muss" nur aus beruflichen Gründen hier leben, komme aber eigentlich aus dem Köln - Düsseldorfer Raum. Als ich dort noch gewohnt habe, war die Klassik i.w.Sinne noch nicht im Zentrum meines Musikinteresses, leider nicht alle Möglichkeiten genutzt, die das kulturelle Angebot dort geboten hätte, btw...
ich habe noch mal meine Bestände durchforstet, weil ich mich an eine Aufnahme zu erinnern glaubte..und genau, ich hab eine Turandot-Aufnahme Karajan, Domingo, Ricciarelli und letztere ist eigentlich diejenige, die mir die Aufnahme verleidet.....ist sie da schon über ihren Höhepunkt hinaus, ist das nicht ihr Repertoire oder ist das schlicht ihr Stil (krächzend, bemüht quetschend in meinen Ohren, pardon...)?...wenn letzteres zuträfe wären unsere Geschmäcker quasi Antipoden........ich weiß nämlich ehrlich gesagt gar nicht, wann die Ricciarelli ihre beste Zeit hatte..
Gruß
Henning
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31.10.2007 09:04 |
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nikolaus
Dabei seit: 01.04.2006
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Herkunft: Bonn
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Ich habe heute zufällig im Radio auf S2 eine Sendung über Antonietta Stella gehört.
Sie hatte ihre Hochzeit in den 50er und 60er Jahren und war "Spezialistin" für das Italienische Fach, v.a. Verdi (obwohl sie nach eigener Aussage sehr gerne Wagner-Sängerin geworden wäre, was offenbar aufgrund ihrer Aussprache nicht passte).
Was ich da an Ausschnitten gehört habe, hat mich sehr beeindruckt.
Eine sehr schöne Stimme mit - wenn nötig - grosser Durchschlagskraft.
Kennt jemand mehr von ihr?
Nikolaus.
__________________ Tanzen, das ist der glücklichste Rhythmus des Lebens...
M. Sauvageot
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15.02.2009 20:30 |
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Mit kaum einem Jahr Verspätung
: ja, natürlich kennen wir Antonietta Stella und lieben sie sehr, vor allem wegen ihrer hervorrragenden Maddalena in Andrea Chenier:
einmal mit del Monaco

(diese Aufnahme gibt es wohl auch als DVD)
das andere Mal mit Corelli
.
Beide Male gibt sie der Partie ein feines, quasi aristokratisches Gesicht - für mich ist sie eine der besten Maddalenen. Schöne schlanke Stimme, keine übertriebenen Verismo-Ausbrüche.
Außerdem ist sie eine ebenso gute Elisabeth in einer meiner Don-Carlos-Lieblingsaufnahmen mit einem grandiosen Boris Christoff und Bastianini als Posa - leider finde ich das Cover nicht, scheint nicht mehr im Handel zu sein. Eine ähnliche Besetzung, allerdings mit Tito Gobbi als Posa, aus derselben Zeit ist diese:

Einen guten Querschnitt ihres Repertoires gibt auch diese CD

Grüße!
Honoria
__________________ "...and suddenly everybody burst out singing." (Busman's Honeymoon)
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25.02.2010 14:59 |
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Severina


Dabei seit: 05.01.2010
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Herkunft: Wien
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| Zitat: |
Original von manrico
Die Stimmfarbe der Freni ist zwar recht schön, aber nicht besonders modulationsfähig. Alles hört sich mehr oder minder gleich an. Wenn sie ein schlichtes Kind vom Land gibt, glaubt man ihr das. Eine große Dame, eine erotische Verführerin war sie nie. Freni hat wie Ricciarelli den Fehler gemacht, Rollen wie die Aida zu singen. Das hat beiden schönen Stimmen nachhaltig geschadet (Ricciarelli hatte für mein Empfinden trotzdem immer das kostbarere Material). Trotzdem hatte Ricciarelli eine Reihe anderer Fähigkeiten, die diesen Fehler auch in späteren Tagen mehr als ausgeglichen haben. Ricciarelli hat wie kaum eine andere Sängerin ihre Rollen gelebt und tatsächlich verkörpert (Elisabetta im Don Carlos, Maria Stuarda, Desdemona, Mimi) Freni ist (fast) denselben Partien gegenüber völlig hilflos gewesen (beide in diesen Rollen live erlebt - kein Vergleich). Ricciarelli war intensiv, wandlungsfähig, verwundbar, differenziert, elegant.
Lg
Werner |
Tja, so verschieden können Geschmäcker sein! Ich fand Katia Ricciarelli stimmlich immer am Rand der Überforderung, besonders ihr eintöniges Pianogesäusel machte mich immer regelrecht nervös, und von den Attributen, mit denen Du ihre schauspielerischen Qualitäten belegst, könnte ich nur "elegant" unterschreiben. Elegant war sie wirklich immer, auch dort, wo es gar nicht hinpasste, denn in erster Linie wollte sie auf der Bühne schön sein. Die Ricciarelli hätte nie ein zerfetztes Kostüm angezogen, daher starb sie auch in Macerata als Manon in eleganter Robe und mit perfekter Hochsteckfrisur, ungeachtet der Tatsache, dass sie sich nach wochenlangem Gefängnis (das im 18.Jhdt. sicher nicht allzu komfortabel war) auf dem Weg in die Deportation befand. Und von einer differenzierten Darstellung war sie hier (speziell in der Sterbeszene) genauso weit entfernt wie in jeder ihrer anderen Rollen: Sie stand im Stil einer großen Diva auf der Bühne und lieferte ihre Noten ab, und dass diese Frau an Erschöpfung starb, kitzelte einen wirklich zum Lachen. Übrigens sah das ihr Tenorpartner ähnlich, und ich verkneife es mir hier, seine Bemerkungen zu wiederholen.....
lg Severina
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25.02.2010 16:14 |
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Liebe Severina,
ich stimme Dir in allem zu. Aber war es nicht merkwürdig, daß man sich Anfang/Mitte der 80er Jahre vor der Ricciarelli überhaupt nicht retten konnte? Irgendwie mochte man wohl diesen Typ Blondine auf der Bühne, aber nachher hatte es sich dann mit Stimme und dem Aussehen: in der Aufzeichnung des großen Konzerts in Madrid 1990 hat sie sich trotz ihrer wogenden Fülle in ein hautenges Satinkostüm gezwängt (mein Mann knurrte, als er das sah, nur: "Sieht aus wie ein Knallbonbon...") und vermochte stimmlich auch nicht an bessere Zeiten anzuknüpfen - das von mir heißgeliebte Schlußterzett aus Gounods Faust überfordert sie hör- und sichtbar. Ein solches Herumgejapse ist grausam; Alfredo Kraus, der da ja nicht so übermäßig viel zu singen hat, schaut nur stur geradeaus, und Ruggero Raimondi als Mephistopheles steht wohlweislich auf der anderen Seite rechts vom Dirigenten.
Und Deine Bemerkung mit dem "Abliefern ihrer Noten" ohne jedwede innere Beteiligung sieht man nirgends so deutlich wie in der DVD-Aufnahme von "Un ballo in maschera" mit Pavarotti und Cappuccili, wo nicht nur "Ecco l'orrido campo" sondern auch "Morrò, ma prima in grazia" mit einer Unbeteiligtheit abgeliefert werden, als verläse die Dame gerade die Wettervorhersage.
Grüße!
Honoria
__________________ "...and suddenly everybody burst out singing." (Busman's Honeymoon)
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25.02.2010 17:03 |
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Severina


Dabei seit: 05.01.2010
Beiträge: 572
Herkunft: Wien
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Liebe Honoria,
das beruhigt mich ja, dass nicht nur ich das so sehe
! Ich denke auch, dass ihre Omnipräsenz in den Achtzigern dem Umstand geschuldet ist, dass sie damals mit Carreras verbandelt war und die Plattenindustrie (da waren es noch welche
) wohl schon damals auf den Traumpaarbonus setzten. Als die Beziehung zerbrach, ging es ziemlich schnell bergab mit der Ricciarelli.
lg Severina
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25.02.2010 17:14 |
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Rideamus

Dabei seit: 02.01.2010
Beiträge: 356
Herkunft: Poztupimi
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Liebe Severina, liebe Honoria,
aus der Rückschau ihrer späten und höchst problematischen Aufnahmen, zu denen ich die Karajan-TURANDOT und schon die Abbao-AIDA von 1981 zähle - Rollen also, die sie total überforderten -, kann ich Euch zwar voll zustimmen, was die routinierten Darbietungen von Katia Ricciareelli betrifft; man sollte aber nicht außer Acht lassen, dass sie sich primär, aber nicht nur in den 70er Jahren durchaus eigene Meriten erworben hat. Ihre Aufnahmen der frühen Verdi-Opern (ich denke da besonders an I DUE FOSCARI mit Carreras oder LUISA MILLER mit Domingo), aber auch noch der Giulini - FALSTAFF von 1982 und Abbados IL VIAGGIO A REIMS von 1984, in denen sie nicht die große Dramatikerin geben musste, gefallen mir auch heute noch, denn sie hatte durchaus ein Gespür für die Leichtigkeit dieser gar nicht so leichten Partien. Mag sein, dass das zunehmend routiniert wirkte, aber wie war auch hoch professionell, und ich glaube, dass das die Plattenfirmen weitaus mehr beeindruckte als ihre Liaison mit Carreras, von der ich damals nicht einmal wusste.
Zugegeben, ich habe sie nie live erlebt und fand sie auch auf den Bild- und Tonträgern nie eine großartige Schauspielrin, aber man sollte sie allein ihrer, in der Tat phänomenalen, Omnipräsenz wegen nicht so pauschal abtun, wenn man das nicht auch bei Domingo tun will, dem man ja noch weniger ausweichen konnte. Ich würde ihr zwar in mindestens den meisten Rollen, die beide eingesungen haben, Mirella Freni vorziehen (das war ja der Ausgangspunkt der Diskussion) und käme auch nicht auf den Gedanken, sie unter den 20 besten Soprane aller Zeiten aufzuführen, aber so schlecht, wie sie heute oft davon kommt, war sie aber auch nicht.
Danke aber für das Ausgraben dieses Threads, das mir Gelegenheit gibt, auch meine Stimme für Ghyslaine Raphanel in die Waagschale zu werfen, die nicht nur häufig ohne 's' (also Ghylaine) geschrieben, sondern in der Tat alles andere als omnipräsent war und zu Unrecht vergessen wird, weil sie nur wenig italienisches Repertoire einsang. Zu ihren mit Recht erwähnten, grandiosen Aufnahmen von LES HUGUENOTS, LES BRIGANDS und L'ÉTOILE würde ich als Beleg ihrer Sondrklasse unbedingt noch diese DVD hinzufügen:
Ambroise Thomas' LE SONGE D'UNE NUIT DÉTÉ spielt zwar in einer Sommernacht, hat aber mit dem SOMMERNACHTSTRAUM nur insofern marginal zu tun, als die Oper von der Liebe Shakespeares zu einer von Ghyslaine Raphanel herrlich gesungenen Unbekannten handelt, die niemand anderes ist als Shakespeares Herrscherin und Förderin, Elisabeth I.
Also auch eine Tudor-Oper
, und eine höchste empfehlenswerte dazu.
Rideamus
__________________ Ich mag alle Kunstformen und Genres. Ich höre Musik von Alban Berg und gehe ins Musical. Für mich gibt es keine Hierarchie der Künste, denn es sind letztlich alles Erzählformen. Alain Resnais
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Rideamus: 25.02.2010 18:36.
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25.02.2010 18:27 |
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O sommo Rideamus,
vielen Dank für die Ehrenrettung von Katia R. - in "Viaggio à Reims" ist sie tatsächlich sehr gut, und ich erinnere mich natürlich auch an bessere Zeiten. Diese hatte natürlich die weiters erwähnte Mirella Freni ebenfalls: beide eint die unheilvolle Tendenz, ab einem bestimmten Zeitpunkt ihrer Karriere mit traumwandlerischer Sicherheit die falschen Rollen gesungen zu haben (z.B. bei Katia R. die Turandot, bei Mirella F. die Ernani-Elvira).
Von der Thomas - Sommernachtstraum-Oper habe ich, muß ich gestehen, überhaupt noch nie etwas gehört, und auch nicht von Ghyslaine Raphanel - womit wieder einmal bewiesen wäre, daß alles Wissen Stückwerk ist
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Grüße!
Honoria
__________________ "...and suddenly everybody burst out singing." (Busman's Honeymoon)
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26.02.2010 10:01 |
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