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In Memoriam: Giuseppe Di Stefano |
Jeremias
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Dabei seit: 21.03.2006
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Herkunft: Düsseldorf
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| In Memoriam: Giuseppe Di Stefano |
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Einer der größten Tenöre des 20. Jahrhunderts ist tot: Giuseppe Di Stefano starb am Montag, den 3. März, nach langem Leiden friedlich in seinem Haus in der Nähe von Mailand. Er wurde 86 Jahre alt.
Berühmt wurde Di Stefano zusammen mit Maria Callas. Er wurde als Sohn eines Polizisten und einer Schneiderin am 24. Juli 1921 in Motta Sant’Anastasia auf Sizilien geboren und wuchs in Mailand auf. Im Jahr 1946 gab er sein Bühnendebüt in Reggio Emilia als Des Grieux in Jules Massentes Manon Lescaut.
Nur ein Jahr später trat er in der gleichen Rolle an der Mailänder Scala auf, es folgten Engagements sowohl an der Metropolitan Opera in New York als Herzog von Mantua in Verdis Rigoletto als auch als Mario Cavaradossi in Puccinis Tosca im Londoner Covent Garden. In den 50er und 60er Jahren war er der vermutlich bestbezahlte Sänger der Welt.
Bekannt wurde Giuseppe Di Stefano vor allem durch seine häufigen Auftritte mit Maria Callas – was ihm bei seinen Fans die Bezeichnung „Der Tenor der Callas“ einbrachte. Als erste stimmliche Probleme 1963 bei der Aufführung von Puccinis La Bohème am Covent Garden auftreten, wird Di Stefano im Jahr darauf durch einen jungen Sänger ersetzt: Luciano Pavarotti.
Mitte der 80er Jahre verabschiedete sich der Sänger von der Weltbühne, versuchte in der Folge allerdings mehrere Comebacks, die jedoch misslingen, so dass er sich Ende der 80er Jahre als Sänger endgültig von den Bühnen der Welt zurückzieht. Als Regisseur blieb er seinen Fans allerdings noch länger erhalten: So inszenierte 1988 die Cavalleria Rusticana in Taormina, 1989 führte er Regie beim Tourneetheater „Stagione d’Opera Italiana“ mit Puccinis La Bohème.
2004 wurde Giuseppe Di Stefano in seinem Haus an der kenianischen Küste südlich von Mombasa überfallen und dabei so schwer verletzt, dass er ins Koma fiel. Er überstand eine lebensgefährliche Operation, von seinen Verletzungen erholte er sich allerdings nie mehr.
(Quelle: Klassik-heute.com)
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04.03.2008 18:30 |
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Jürgen

Dabei seit: 26.04.2006
Beiträge: 1.551
Herkunft: Hessischer Odenwald
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Hallo Jeremias,
danke für die ausführliche Information.
Ich glaube, gestern habe ich die Kurznachricht im Radio gehört.
Und ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich überrascht war. Überrascht, dass er überhaupt noch gelebt hatte.
Ich habe bei di Stefano nur eine einzige Lücke, die aber sehr groß ist.
Da ich, abgesehen von ein wenig Wagner, kaum Aufnahmen aus den 50ern oder älter höre, ist er bei mir durch das Raster gefallen.
Du schreibst, dass er 1963, also etwa 42 jährig, erste stimmliche Probleme bekam. Wikipedia sagt, es sei Überbeanspruchung gewesen. Schade also, wenn einer im besten Alter schon verheizt ist.
Wie ist er denn heute, mit der nötigen zeitlichen Distanz betrachtet, in die Riege der großen Tenöre des 20.Jahrhunderts einzuordnen?
Grüße
Jürgen
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05.03.2008 10:24 |
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manrico
Dabei seit: 08.04.2007
Beiträge: 202
Herkunft: Wien
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Eine schöne, ich möchte fast sagen, sympathische Tenorstimme findet hier so gut wie kein Echo. Ich denke, das beantwortet doch in gewisser Weise die Bedeutung di Stefanos. Ich glaube, er hat einfach keine weltbewegenden Deutungen einer Rolle hinterlassen. Ich finde seinen Cavaradossi gut und ich mag ihn als Edgardo, aber das war's auch schon. Mit di Stefano geht es mir wie mit Pavarotti: beide sind kein Grund, mir eine Aufnahme zuzulegen (aber aus unterschiedlichen Gründen). Di Stefano habe ich quasi immer nur mit der Callas mitgekauft. Die sizilianische Sonne klingt aus seiner Stimme, sie lächelt, ist freundlich und trotzdem überzeugt sie mich nicht.
Einer seiner letzten Auftritte scheint auf der Seebühne Mörbisch als Herzog von Urbino gewesen zu sein. Der Auftritt war einfach ein veritables Debakel.
lg
Werner
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06.03.2008 23:46 |
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Solitaire


Dabei seit: 04.03.2008
Beiträge: 713
Herkunft: Remscheid
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Ich kenne DiStefano in erster Linie auch durch die Callas-Aufnahmen, habe ihn vor allem als Cavaradossi, Duca, Edgardo auf dem Zettel. Habe jetzt, anläßlich seines Todes, gelesen, daß er ein wunderbarer DesGrieux gewesen sein soll. (Massenet, nicht Puccini)
Jedenfalls: die "Tosca" mit Callas, Gobbi und eben DiStefano ist für mich immer noch uinerreicht, und das liegt eben nciht nur an Callas und Gobbi. Ich werde mich mla erjkundigen, ob es ein Recital mit verschiedenen Arien gibt, um mal anderes von ihm zu hören als nur italienische Oper.
__________________ Man muß an alle Dinge mit dem nötigen Leck-mich-am-Arsch-Gefühl rangehen...
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07.03.2008 07:45 |
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Jeremias
Administrator
    
Dabei seit: 21.03.2006
Beiträge: 2.198
Herkunft: Düsseldorf
Themenstarter
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wenn Ihr Di Stefano einmal in seinem Element erleben möchtet, so empfehle ich Euch seine Einspielungen von Neapolitanischen Liedern.... ein Vollblut-Italiener!
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11.03.2008 11:27 |
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Guten Abend Freunde der Stimme,
Lange habe ich überlegt, ob ich einen Neuen Thread über diesen Sänger hätte starten sollen, finde aber, dass der Beitrag hier doch recht gut aufgehoben ist.
Für mich ist Giuseppe di Stefano zu einem Ausnahmesänger geworden. Eine strahlend schöne Stimme, fern von absoluter Klahrheit, wie man es bei Mario del Monaco oder auch Luciano Pavarotti hört, eine Stimme in der mehr Mitschwingt, was mir Schwerfällt genauer zu beschreiben. Nachdem ich so manche Oper mit Ihm neben der Callas gehört habe und mir der Name Di Stefano geläufig wurde, kaufte ich mir diese CD mit Italienischen und neapolitanischen Liedern, gesungen von Giuseppe di Stefano.
Jeremias schrieb:
| Zitat: |
| wenn Ihr Di Stefano einmal in seinem Element erleben möchtet, so empfehle ich Euch seine Einspielungen von Neapolitanischen Liedern.... ein Vollblut-Italiener! |

Diese unglaublich warme und herzliche Stimme di Stefano's kommt in diesen Liedern wunderbar zur Geltung. Seit die Lieferung mit dieser CD gestern bei mir angekommen ist, drehte sie bereits 5x ihre Runde und ich bin immer wieder hingerissen, einerseits über die herrlichen Lieder, diese Heimatlichen Klänge Italiens und dann dieser zum wiederholten male grandiose Stimme di Stefano's! Übrigens sah ich gerade bei Amazon 2 weitere CD's mit neapolitanischen Liedern und Giuseppe di Stefano (Testament).
Hallo Werner,
| Zitat: |
| manrico schrieb: Mit di Stefano geht es mir wie mit Pavarotti: beide sind kein Grund, mir eine Aufnahme zuzulegen (aber aus unterschiedlichen Gründen). Di Stefano habe ich quasi immer nur mit der Callas mitgekauft. Die sizilianische Sonne klingt aus seiner Stimme, sie lächelt, ist freundlich und trotzdem überzeugt sie mich nicht. |
In wie weit muss dich noch "was" "mehr" überzeugen? Du hast Di Stefano's Stimme treffend beschrieben. Für mich reichen diese Punkte aus um zu sagen, es ist eine Stimme die zu den größten des 20sten Jahrhunderts zählt und für mich persöhnlich noch ein bisschen mehr.
Etwas zu Pavarotti, seine Art, sich ab den 80er Jahren als Chef der 3 Tenöre durch die Welt zu schlagen und die Oper in die POPrichtung zu bringen, finde ich, war eine in meinen Augen schlechte Idee (und in meinen Ohren ebenfalls)! Er hätte der Oper weiterhin viel mehr dienen können. Aber seine Stimme hat mich trotz dieses in meinem Kopf eingefressene Urteil, restlos überzeugt! Mich würde bei Zeiten (vielleicht im "Erinnerungssthread Pavarottis) interessieren wo dich Pavarotti nicht überzeugen kann.
| Zitat: |
| Eine schöne, ich möchte fast sagen, sympathische Tenorstimme findet hier so gut wie kein Echo. Ich denke, das beantwortet doch in gewisser Weise die Bedeutung di Stefanos. Ich glaube, er hat einfach keine weltbewegenden Deutungen einer Rolle hinterlassen. |
Ich finde übrigens nicht, dass nur weil di Stefano hier kaum Resonanz bekommt, dass seine Stimme den Menschen nichts zu sagen hat, nicht gemocht wird! Das liegt wohl eher daran, dass sich die Forianer hier kaum mit der Oper auseinandersetzten und dadurch gezwungenermaßen nichts zu diesem Sänger beitragen können.
Zurück zu "In Memoriam Giuseppe di Stefano"
In meinen Ohren eine Ausnahmestimme, auf welche ich leider erst seit kurzem gestoßen bin und ich mich auch erst seit kurzem wirklich beschäftige.
Grüße
Daniel
__________________ "Der Tod ist der Anfang des Lebens" (Martin Luther)
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von daniel5993: 13.08.2008 19:41.
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13.08.2008 19:38 |
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Ich bin gerade dabei, mich durch die 10-CD-Box mit di-Stefano-Aufnahmen, die bei Zweitausendeins für nicht einmal 10 Euro angeboten wird, zu hören. Es handelt sich bei diesen Aufnahmen größtenteils um Live-Mitschnitte von Konzerten oder Opernaufführungen.
Nachdem ich die erste CD mit einem Konzert aus dem Jahr 1950 gehört habe, ist mein Eindruck zwiespältig.
Natürlich konnte di Stefano fast alles im italienischen und französischen Bereich singen - bei diesem Konzert sang er mehr als 10 Tenorschlager, darunter so schwierige wie die Faust-Arie "Salut demeure", und man hat nie den Eindruck, daß es ihm zuviel wird. Stilistisch habe ich allerdings schon ein paar Einwände. Er hätte sich nicht erlauben sollen, jede, aber wirklich jede Fermate bis in's Unendliche auszudehnen; ich empfinde das als zirkusähnlich und mag es nicht. Und dann klingt alles irgendwie gleich, weil er jede Arie angeht wie Sir Eglamore den Drachen: Attacke!!!
Auf der 2. CD singt er dann aber wieder mit Maria Callas in den Puritanern, und vielleicht bewirkt die Gegenwart dieser ihm ja nun wirklich ebenbürtigen Künstlerin, daß er sich ein bißchen zurücknimmt: und prompt wird alles sehr viel schöner, runder, wohlklingender.
Mal schauen, was die nächsten CDs bringen.
Grüße!
Honoria
__________________ "...and suddenly everybody burst out singing." (Busman's Honeymoon)
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12.03.2010 16:54 |
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Severina


Dabei seit: 05.01.2010
Beiträge: 572
Herkunft: Wien
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| Zitat: |
Original von Honoria Lucasta
I
Natürlich konnte di Stefano fast alles im italienischen und französischen Bereich singen - bei diesem Konzert sang er mehr als 10 Tenorschlager, darunter so schwierige wie die Faust-Arie "Salut demeure", und man hat nie den Eindruck, daß es ihm zuviel wird. Stilistisch habe ich allerdings schon ein paar Einwände. Er hätte sich nicht erlauben sollen, jede, aber wirklich jede Fermate bis in's Unendliche auszudehnen; ich empfinde das als zirkusähnlich und mag es nicht. Und dann klingt alles irgendwie gleich, weil er jede Arie angeht wie Sir Eglamore den Drachen: Attacke!!!
Grüße!
Honoria |
Liebe Honoria,
damit beschreibst Du köstlich, was mich an vielen der adorierten Kultsänger früherer Zeiten stört, besonders extrem bei Corelli und del Monaco: Dass vordergründige Effekthascherei immer vor der Wahrhaftigkeit des Ausdrucks kommt und ich mich des EIndrucks nicht erwehren kann, Oper war für sie in erster Linie ein Wettkampf in den Disziplinen "Wer kann's länger, höher, lauter?" Der letzte Vertreter dieser unseligen Tradition war für mich Franco Bonisolli, der zwar auf Platten erstaunlich diszipliniert singen konnte (eindrucksvolle Stimme hatte er zweifellos), auf der Bühne aber immer nur eine penetrante Show ablieferte.
lg Severina
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13.03.2010 01:51 |
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Jetzt habe ich noch ein wenig weiter gehört und bin bei der CD mit Ausschnitten von Opernaufführungen gelandet:
Pagliacci, Iris und Cavalleria rusticana.
Verismo in Reinkultur sozusagen. Wenn ich jetzt jammere, dann auf hohem Niveau: die Zahl der Sänger, die mit vergleichbarer Verve und einer di Stefano auch nur ähnlichen Energie an Partien wie Canio oder Turiddu herangehen können, ist durchaus überschaubar. Stimmlich ist es immer aus einem Guß, manchmal fast stahlgleißend - mithin fehlen -mir zumindest- die Farben. Ich möchte manchmal auch so etwas wie ein Piano hören, und zwar ein wirkliches, kein durch Falsettieren imitiertes (ich bitte Fairy Queen um Nachsicht für die harten Worte, aber gerade sie wird wissen, was ich meine).
Trotzdem: über die generelle Leistung di Stefanos gerade in den 50ern wird man nicht hinweggehen können. Hätten wir heute einen wie ihn, schliefen manche Intendanten beruhigter und müßten mglw. nicht immer den Cura engagieren, wenn es irgendwas von Puccini zu singen gibt.
Grüße!
Honoria
__________________ "...and suddenly everybody burst out singing." (Busman's Honeymoon)
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15.03.2010 11:02 |
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Severina


Dabei seit: 05.01.2010
Beiträge: 572
Herkunft: Wien
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| Zitat: |
Original von Honoria Lucasta
J
Trotzdem: über die generelle Leistung di Stefanos gerade in den 50ern wird man nicht hinweggehen können. Hätten wir heute einen wie ihn, schliefen manche Intendanten beruhigter und müßten mglw. nicht immer den Cura engagieren, wenn es irgendwas von Puccini zu singen gibt.
Grüße!
Honoria |
Liebe Honoria,
vor ein paar Jahren war Marcelo Alvarez dafür eine ausgezeichnete Wahl, leider hat er jetzt schon längere Zeit nicht bei uns gesungen (Krach mit Holender???), daher kann ich über den aktuellen Stand seiner Stimme nichts sagen.
lg Severina
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15.03.2010 13:08 |
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Besucher seit:
09.04.2006 09:00 Uhr
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