Was lest ihr zur Zeit? |
cellodil

Dabei seit: 04.10.2006
Beiträge: 3.560
 |
|
Heute mal wieder ein Buch aus der Reihe: "Bücher, die die Welt nicht braucht und auf die sie auch nicht gewartet hatte..."

Marc Buhl, Das Billardzimmer
Verlag: Eichborn; Auflage: 1 (Juli 2006)
ISBN-10: 3821857811
ISBN-13: 978-3821857817
Liebereizend und ansprechend an diesem Buch ist allein das Bodensee-Setting. Ansonsten ist die Geschichte über den Lokalredaktionsmitarbeiter Gero von Nohlen (schon allein der Name!!!), der einen Artikel über seinen Großvater für eine Festschrift schreiben soll und bei den Recherchen feststellt, dass Großvater nicht nur der Held und Judenretter während des Dritten Reichs war und damit seinen Bruder Dietmar, der für das Amt des Oberbürgermeisters kandidiert, gegen sich aufbringt, leider ziemlich abgedroschen, vorhersehbar, spannungsarm und fade.
Tauglich allenfalls als Einschlafhilfe. Und da ist wahrscheinlich warme Milch mit Honig die bessere Wahl...
Liebe Grüße
Sabine
__________________ ... the rest is silence
William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von cellodil: 09.10.2008 23:14.
|
|
09.10.2008 23:13 |
|
|
nikolaus
Dabei seit: 01.04.2006
Beiträge: 3.817
Herkunft: Bonn
 |
|
Hallo cellodil!
Vielleicht ist das ja erbaulicher:

Boston in den 60er Jahren. Im schäbigen Keller der Buchhandlung am Scollay Square wird Rattenjunge Firmin geboren. Er ist der Kleinste im Wurf und kommt immer zu kurz. Als der Hunger eines Tages zu schlimm wird, knabbert er die in den Regalen lagernden Bücher an. Eines nach dem anderen wird gefressen, bis Firmin entdeckt, dass auf dem Papier etwas steht, was ihn sein Elend vergessen lässt: Ob Lolita oder Ford Madox Ford, ob Moby Dick oder Cervantes, die Welt der Menschen verspricht Abenteuer und Liebe, Krieg und Frieden, kurz: alles, was eine Ratte nicht hat. Voller Neugier sucht Firmin die Freundschaft zu Buchhändler Norman. Als dieser einen Giftanschlag auf ihn verübt, muss Firmin einsehen, dass er in den Augen der Menschen wohl doch nichts weiter ist als ein lästiges Tier. Wie so oft im Leben zeigt sich aber gerade in den dunkelsten Stunden ein Licht am Ende des Tunnels. Sam Savages Roman erzählt von den Hoffnungen und Idealen der Beat-Generation und von der Fähigkeit, immer wieder aufzustehen, möge es noch so hart kommen
Ich habe es gerade erst angefangen, bisher sehr nett!
Nikolaus.
__________________ Tanzen, das ist der glücklichste Rhythmus des Lebens...
M. Sauvageot
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von nikolaus: 10.10.2008 20:56.
|
|
10.10.2008 20:56 |
|
|
cellodil

Dabei seit: 04.10.2006
Beiträge: 3.560
 |
|
Lieber jünter,
ganz spannend fand ich auch das "kollektive Tagebuch" von 1941.

Walter Kempowski
Das Echolot-Projekt: Das Echolot: Barbarossa '41. Ein kollektives Tagebuch
729 Seiten
Verlag: Btb (April 2004)
ISBN-10: 3442731755
ISBN-13: 978-3442731756
Ich fand die Vielstimmigkeit dieses Textes doch sehr anregend und zum Teil auch beklemmend, aber der Text macht auch klar, dass es nicht "eine Geschichte" gibt, sondern, dass das eine Fiktion ist, bei der viele Geschichten zwingend unter den Tisch fallen müssen.
Allerdings hat mich die Lektüre doch auch einigermaßen auf- und angefressen, so dass ich dann einstweilen keine Energie mehr für die nachfolgenden Bände aufbringen konnte.
Bin deshalb sehr gespannt, ob Du Dein Kempowski-Projekt so glatt durchziehen wirst.
Liebe Grüße
Sabine
__________________ ... the rest is silence
William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii
|
|
15.10.2008 18:38 |
|
|
jünter

Dabei seit: 06.06.2008
Beiträge: 222
Herkunft: Rheinische Jong im märkischen Sand
 |
|
| Zitat: |
Original von cellodil
Bin deshalb sehr gespannt, ob Du Dein Kempowski-Projekt so glatt durchziehen wirst. |
Ich auch! Ggf. schiebe ich einen guten Krimi dazwischen. Danke für den Tipp zum "kollektiven Tagebuch"!
Schönen Gruß, Wolfgang
__________________ "Er war ein guter Jurist und auch sonst von mäßigem Verstande." (Ludwig Thoma)
|
|
16.10.2008 19:05 |
|
|
Gamaheh

Dabei seit: 31.05.2006
Beiträge: 1.342
 |
|
| Zitat: |
Original von nikolaus
Gerade mittendrin:

Klappentext:
Eine alte Kirche in Reykjavik, ein weltberühmter Dirigent, der sein letztes Konzert vor 52 zufällig ausgewählten Isländern gibt, und ein junger Mann, der alles bis hin zu seinem Leben einsetzt, um bei diesem Konzert dabei sein zu können.
Mit der Klarheit, wie sie die Natur Islands spiegelt, entwirft Nicola Lecca seine Vision vom freien verwegenen Menschen gegen eine alles regelnde, alles verwaltende und absichernde Welt.
Ich werde berichten...
Nikolaus. |
Lieber Nikolaus,
nun habe ich das Buch endlich - nach fast einem Jahr - in die Hände bekommen, bin aber noch nicht sehr weit vorgedrungen, da ich immer wieder über Merkwürdigkeiten in der Übersetzung stolpere. Da hilft nur noch das Original - vielleich nächstes Jahr ?
Frühmorgendliche Grüße (habe gerade festgestellt - nachdem ich mich wunderte, daß meine Rechneruhr plötzlich nachgeht - daß letzte Nacht die Uhren umgestellt wurden),
Gamaheh
P.S.: Die Suchfunktion in diesem Forum ist nicht gerade sehr hilfreich!
__________________ Es gibt keinen höheren Zweck der Kunst, als in dem Menschen diejenige Lust zu entzünden, welche sein ganzes Wesen von aller irdischen Qual [...] befreit und ihn [...] erhebt. [E.T.A. Hoffmann]
|
|
26.10.2008 10:10 |
|
|
nikolaus
Dabei seit: 01.04.2006
Beiträge: 3.817
Herkunft: Bonn
 |
|
| Zitat: |
Original von Gamaheh
| Zitat: |
Original von nikolaus
Gerade mittendrin:

Klappentext:
Eine alte Kirche in Reykjavik, ein weltberühmter Dirigent, der sein letztes Konzert vor 52 zufällig ausgewählten Isländern gibt, und ein junger Mann, der alles bis hin zu seinem Leben einsetzt, um bei diesem Konzert dabei sein zu können.
Mit der Klarheit, wie sie die Natur Islands spiegelt, entwirft Nicola Lecca seine Vision vom freien verwegenen Menschen gegen eine alles regelnde, alles verwaltende und absichernde Welt.
Ich werde berichten...
Nikolaus. |
Lieber Nikolaus,
nun habe ich das Buch endlich - nach fast einem Jahr - in die Hände bekommen, bin aber noch nicht sehr weit vorgedrungen, da ich immer wieder über Merkwürdigkeiten in der Übersetzung stolpere....
|
Hast Du ein Beispiel?
Ich wollte es ja auch immer noch mal lesen, ist mir aber entfallen...
Schön, von Dir zu lesen!
Herzliche Grüße, Nikolaus.
__________________ Tanzen, das ist der glücklichste Rhythmus des Lebens...
M. Sauvageot
|
|
26.10.2008 10:19 |
|
|
Gamaheh

Dabei seit: 31.05.2006
Beiträge: 1.342
 |
|
| Zitat: |
Original von nikolaus
| Zitat: |
Original von Gamaheh
| Zitat: |
Original von nikolaus
Gerade mittendrin:
Nikolaus. |
Lieber Nikolaus,
nun habe ich das Buch endlich - nach fast einem Jahr - in die Hände bekommen, bin aber noch nicht sehr weit vorgedrungen, da ich immer wieder über Merkwürdigkeiten in der Übersetzung stolpere....
|
Hast Du ein Beispiel?
Ich wollte es ja auch immer noch mal lesen, ist mir aber entfallen...
Schön, von Dir zu lesen!
Herzliche Grüße, Nikolaus. |
Lieber Nikolaus,
das macht auf mich den Eindruck, als hätte hier jemand mit dem Lexikon (und ziemlich wörtlich) übersetzt, ohne immer eine glückliche Wahl zu treffen oder groß auf den Sinn zu achten. Z.B. S. 15: "...die Hühnchen [gemeint sind Suppenhühner, die beim Schlachter angeboten werden] lagen auf dem Gehsteig vor den Geschäften herum" - auch in Peckham werfen die Schlachter ihre Ware nicht einfach auf den Gehsteig, auch in England würde das Amt für Hygiene das beanstanden.
Gleich im nächsten Absatz: "... daß Oscar, sobald er in London war, im Laufe eines Tages..." ; gemeint ist "seit er in London war" (it. vermutlich "dal momento che"), usw. usw.
Das stört meinen Lesefluß ganz ungemein, denn ich fange dann an zu überlegen, was gemeint sein könnte, oder (in solchen Fällen), wie es im Original wohl heißt.
Dir auch herzliche Grüße,
Gamaheh
__________________ Es gibt keinen höheren Zweck der Kunst, als in dem Menschen diejenige Lust zu entzünden, welche sein ganzes Wesen von aller irdischen Qual [...] befreit und ihn [...] erhebt. [E.T.A. Hoffmann]
|
|
26.10.2008 10:45 |
|
|
jünter

Dabei seit: 06.06.2008
Beiträge: 222
Herkunft: Rheinische Jong im märkischen Sand
 |
|
Ich starte meine Lesung "Kempowskis Deutsche Chronik chronologisch" mit Teil I:
__________________ "Er war ein guter Jurist und auch sonst von mäßigem Verstande." (Ludwig Thoma)
|
|
26.10.2008 18:28 |
|
|
nikolaus
Dabei seit: 01.04.2006
Beiträge: 3.817
Herkunft: Bonn
 |
|
Liebe Gamaheh!
Mich beschleicht jetzt langsam der Verdacht, dass Du ein Sprachgenie bist:
Offenbar sprichst Du neben Französisch auch Italienisch!
Hochachtung!
Mein Französisch habe ich wohl inzwischen verlernt und Italienisch nie angefangen...
Buona notte, Nicola
__________________ Tanzen, das ist der glücklichste Rhythmus des Lebens...
M. Sauvageot
|
|
26.10.2008 21:52 |
|
|
ab

Dabei seit: 10.09.2006
Beiträge: 6.063
Herkunft: Österreich
 |
|
| Zitat: |
Original von nikolaus

Klappentext:
Eine alte Kirche in Reykjavik, |
Wieso ist dann aber auf dem Klappentext nicht die Kathedrale Christus König aus Reykjavík abgebildet, sondern das berühmte Teatro Farnese, sofern ich das richtige erkenne, aus Parma?
__________________ Gruß, ab
Wissen ist Beschreiben können.
(Rudolf Arnheim)
|
|
27.10.2008 09:24 |
|
|
LazarusLong

Dabei seit: 15.09.2006
Beiträge: 387
Herkunft: Polska
 |
|
Hat sich eigentlich jemals ein klassischer Komponist hiermit auseinandergesetzt?


Das müsste vom Umfang her locker wagnerianische Dimensionen erreichen.
Ich hoffe nur, ich bleibe bis zum Schluss dran.
Frank
__________________ Difficile est satiram non scribere.
|
|
27.10.2008 15:21 |
|
|
cellodil

Dabei seit: 04.10.2006
Beiträge: 3.560
 |
|
| Zitat: |
Original von LazarusLong
Hat sich eigentlich jemals ein klassischer Komponist hiermit auseinandergesetzt?


Das müsste vom Umfang her locker wagnerianische Dimensionen erreichen.
Ich hoffe nur, ich bleibe bis zum Schluss dran.
Frank |
Lieber Frank,
Wagner hat sich da meines Wissens nicht dran versucht (wahrscheinlich zu unnordisch...)
Aber dafür gibt es von Richard Strauss einen "Don Quixote" (Du ahnst schon, wenn ich so etwas weiß, dann hat das was mit Cello zu tun, was auch wirklich so ist, Don Quichote ist das Cello und Sancho Pansa ist die Bratsche). In der Version mit Jan Vogler gibt es das Werk im Moment zum Beispiel hier relativ günstig.
Liest Du das tatsächlich auf Spanisch? Respekt! Aber vielleicht ist es da auch kurzweiliger als in der deutschen Übersetzung (bei der ich immer wieder an derselben Stelle abbreche).
Außerdem gibt es noch ein zeitgenössisches Stück für Cello von Aulis Sallinen, das "The Nocturnal Dances of Donjuanquixote" heißt (wieder was mit Cello), was auch ziemlich witzig ist. Das habe ich bisher allerdings nur im Konzert gehört.
Viel Spaß bei Deiner Lektüre und
liebe Grüße
Sabine
__________________ ... the rest is silence
William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii
|
|
27.10.2008 17:28 |
|
|
ab

Dabei seit: 10.09.2006
Beiträge: 6.063
Herkunft: Österreich
 |
|
| Zitat: |
Original von LazarusLong
Ich hoffe nur, ich bleibe bis zum Schluss dran.
|
Das war bei mir einer jener ganz wenige Werke, die ich nicht bis zum Ende hin zu lesen geschafft habe. Womöglich, weil ich es auf Deutsch gelesen habe
__________________ Gruß, ab
Wissen ist Beschreiben können.
(Rudolf Arnheim)
|
|
27.10.2008 20:14 |
|
|
Sarastro
Dabei seit: 17.12.2007
Beiträge: 344
Herkunft: Wien
 |
|
|
27.10.2008 21:47 |
|
|
ab

Dabei seit: 10.09.2006
Beiträge: 6.063
Herkunft: Österreich
 |
|
nicht zu vergessen die Oper:
Francesco Conti: „Don Chisciotte in Sierra Morena“
__________________ Gruß, ab
Wissen ist Beschreiben können.
(Rudolf Arnheim)
|
|
27.10.2008 22:23 |
|
|
|
|
Meine Büchersammlung zur "Klassischen Musik" wächst ständig, ohne dass ich Zeit finde alles zu lesen! Unsere Bücherei in Celle ist groß am Aussortieren (welch verachtung dieser Schätze) der Klassiksparte..........ähhh........für umsonst. Für die nächsten Tage hab ich großes vor:

Töne sprechen, Worte klingen / Dietrich Fischer Dieskau
__________________ "Der Tod ist der Anfang des Lebens" (Martin Luther)
|
|
27.10.2008 23:00 |
|
|
nikolaus
Dabei seit: 01.04.2006
Beiträge: 3.817
Herkunft: Bonn
 |
|
| Zitat: |
Original von ab
| Zitat: |
Original von nikolaus

Klappentext:
Eine alte Kirche in Reykjavik, |
Wieso ist dann aber auf dem Klappentext nicht die Kathedrale Christus König aus Reykjavík abgebildet, sondern das berühmte Teatro Farnese, sofern ich das richtige erkenne, aus Parma?
|
Gute Frage - keine Antwort
__________________ Tanzen, das ist der glücklichste Rhythmus des Lebens...
M. Sauvageot
|
|
27.10.2008 23:37 |
|
|
|
|
|
 |
Besucher seit:
09.04.2006 09:00 Uhr
|