Was lest ihr zur Zeit? |
LazarusLong

Dabei seit: 15.09.2006
Beiträge: 387
Herkunft: Polska
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@sabine
@ab
Ich kannte bisher nur die jugendfreie Fassung und dachte daher, ich könnte hier relativ einfach meine Spanischkenntnisse reaktivieren. Irrtum. Im Internet habe ich eine Übersetzung gefunden und nach mehrmaligem Querlesen habe ich eine Gemeinsamkeit zwischen Cervantes und einigen russischen Autoren festgestellt. Die Werke gewinnen in der Übersetzung.
Aber ich gebe nicht auf.
Die hier habe ich schliesslich auch geschafft.

Gibts die auch als Oper?
Und die hier ist als nächstes dran. Wenn ich mich aus meiner Schulzeit richtig erinnere, ist das vom Aufbau nahe an der Illias, behandelt die Entdeckung Südamerikas.

Wäre mit Sicherheit Stoff für eine Mammutoper. (Satie, wie wärs? Mal einen Versuch wagen??)
Frank
PS. Nein ich spreche kein russisch. Dostojewski und Co. habe ich in der polnischen Übersetzung gelesen, die sehr nah am russischen Original ist. Und ich wiederhole es gerne noch mal: Die Übersetzung ins Deutsche ist besser als das Original, beide eignen sich hervorragend als Einschlaflektüre.
__________________ Difficile est satiram non scribere.
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28.10.2008 08:09 |
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Poztupimi

Dabei seit: 15.05.2007
Beiträge: 2.109
Herkunft: Niedersachsen
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Original von LazarusLong
@sabine
@ab
Ich kannte bisher nur die jugendfreie Fassung und dachte daher, ich könnte hier relativ einfach meine Spanischkenntnisse reaktivieren. Irrtum. Im Internet habe ich eine Übersetzung gefunden und nach mehrmaligem Querlesen habe ich eine Gemeinsamkeit zwischen Cervantes und einigen russischen Autoren festgestellt. Die Werke gewinnen in der Übersetzung.
Aber ich gebe nicht auf.
Die hier habe ich schliesslich auch geschafft.

Gibts die auch als Oper?
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Lieber Frank,
wie wäre es mit diesen hier zum Themenkomplex Odysseus:
Il ritorno d'Ulisse in patria von C. Monteverdi (1641; Text: G. Badoar)
Ulisse errante nel isola di Circe von G. Zamponi (1650)
Ulysses von R. Keiser (1702; Text: Bressand)
Ulysses von J. C. Vogler (1721)
Télégone von Lacoste (1725; Text: Pellegrin)
Ulysses von J. Chr. Smith (1733; Text: Humphrey)
Der Königssohn aus Ithaka von F. A. Hoffmeister (1795; Text: Schikaneder)
Ulysses und Circe von B. Romberg (1807; Text: Calderon)
Ulysse von C. Gounod (1852; Text: Ponsard)
Odysseus Heimkehr von A. Bungert (1896; 1. Teil der Tetralogie "Die Homerische Welt")
Odysseus Tod von A. Bungert (1903; 4. Teil der Tetralogie "Die Homerische Welt")
Odysseus von S. Butler & H. F. Jones (1904)
Odysseus Heimkehr von H. Cesek (1907; Text: Sterk; Operette)
Ulysses von J. Brandts-Buys (1937)
Odysseus bei Circe von H. Trantow (1938)
Odysseus von H. Reuter (1942; Text: R. Bach)
Penelope von R. Liebermann (1954; Text: Strobl)
Dazu ein Chorwerk:
Odysseus von M. Bruch (1873; Text: W. P. Graff)
Eine Kantate:
Ulysses von M. Seiber
Und zwei Ballette:
Ulysses und Circe von F. Hilverding (1752/53)
Die Irrfahrten des Odysseus von H. Eder (1965)
aus:
Hunger, Herbert (1974): Lexikon der grichischen und römischen Myythologie – mit Hinweisen auf das Fortwirken antiker Stoffe und Motive in der bildenden Kunst, Literatur und Musik des Abendlandes bis zur Gegenwart; 2. Auflage, XI+444 S.; Reinbek bei Hamburg (Rowohlt Taschenbuch Verlag).
Zu Achilles werden über 20 Titel genannt (Cavalli, Draghi, (2x), Lully, Scarlatti, Lotti, Campra, Caldera, Jommelli (2x), Hasse, Gaßmann, Naumann, Anfosi, Paisiello, Pugnani, Händel, Cimarosa, de Rillé, Barbier, Maréchal, Marti), zu Paris 12 (Bontempi, Cesti, Heinichen, Destouches, Caldera, Galuppi, Gluck, Winter, Cassella, Kalkbrenner, de Rille, Bresgen), Helena ist mit 6 Nennungen vertreten (Pucitelli, Keiser, Gluck, Offenbach, Saint-Saens, Strauss). Inwieweit da immer genau Ilias oder Odyssee thematisiert werden, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber es lassen sich sicher noch weitere Opern in dem genannten Buch finden.
Viel Spaß bei der Suche nach Aufnahmen
Grüße,
Wolfgang
__________________ Wir sollten uns nicht brüsten, der Gipfel der Evolution zu sein, sondern uns daran freuen, eine Art Freak der Natur zu sein.
So etwas wie uns wird die Evolution nie wieder hervorbringen. (Paul Sereno, Paläontologe)
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28.10.2008 20:55 |
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cellodil

Dabei seit: 04.10.2006
Beiträge: 3.560
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Lieber Frank,
... und wenn Du dann die ganzen von Wolfgang erwähnten Musikstücke gehört, die Odyssee gelesen hast, dann machst Du Dich an Joyces Ulysses ran? Übrigens auch ein Buch, an dem ich immer wieder gescheitert bin...
Liebe Grüße
Sabine
P.S. Noch eine Frage: Wählst Du Deinen Lesestoff derzeit nach Gewicht? Das sind ja alles ziemliche Wälzer...
__________________ ... the rest is silence
William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii
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29.10.2008 11:13 |
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ab

Dabei seit: 10.09.2006
Beiträge: 6.063
Herkunft: Österreich
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| Zitat: |
Original von LazarusLong
Die Werke gewinnen in der Übersetzung.
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Was zählt denn bei Cervantes als geglückte Übersetzung ins Deutsche?
__________________ Gruß, ab
Wissen ist Beschreiben können.
(Rudolf Arnheim)
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29.10.2008 11:21 |
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LazarusLong

Dabei seit: 15.09.2006
Beiträge: 387
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| Zitat: |
Original von cellodil
Lieber Frank,
... und wenn Du dann die ganzen von Wolfgang erwähnten Musikstücke gehört, die Odyssee gelesen hast, dann machst Du Dich an Joyces Ulysses ran? Übrigens auch ein Buch, an dem ich immer wieder gescheitert bin...
Liebe Grüße
Sabine
P.S. Noch eine Frage: Wählst Du Deinen Lesestoff derzeit nach Gewicht? Das sind ja alles ziemliche Wälzer... |
Passend zum aktuellen Bauchumfang
Da ich zur Zeit nur am Wochenende in Familie mache, die Abende einsam und verlassen im Hotelzimmer verbringe, das Fernsehprogramm
, bleibt mir sehr viel Zeit zum Lesen. Allerdings reichen mir dann so schmalbrüstige Heftchen mit 100 oder 200 Seiten gerade mal für einen Abend. Um also die Kosten im Rahmen zu halten, habe ich mir die ganzen Schwarten, die zu Hause im Regal stehen und die ich schon lange mal gelesen haben wollte (sollte), eingepackt und kämpfe mich jetzt durch. Da auch noch Ecos Baudolino und das Foucaultsche Pendel u.a. Wälzer auf die Gnade meiner Aufmerksamkeit warten, habe ich noch einiges zu tun (Selbst wenn ich es schaffe 2x die Woche Sport zu treiben).
@ab:
Kann ich Dir so nicht sagen. Über die Google Büchersuche habe ich online in eine Übersetzung reingelesen und die war für mein Empfinden etwas leichter lesbar. Liegt wahrscheinlich daran, daß Deutsch meine Muttersprache ist und ich Spanisch erst im zarten Alter von 10Jahren gelernt und seit beinahe 20 Jahren nicht mehr gesprochen habe. Letztendlich ist der Unterschied marginal, ich muss sowohl bei der deutschen, als auch bei der spanischen Version schwer kämpfen.
Frank
__________________ Difficile est satiram non scribere.
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29.10.2008 15:02 |
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nikolaus
Dabei seit: 01.04.2006
Beiträge: 3.817
Herkunft: Bonn
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Original von cellodil
Lieber Frank,
... und wenn Du dann die ganzen von Wolfgang erwähnten Musikstücke gehört, die Odyssee gelesen hast, dann machst Du Dich an Joyces Ulysses ran? Übrigens auch ein Buch, an dem ich immer wieder gescheitert bin...
... |
Geht mir auch so, ich habe es vor zwei Jahren mal bis ungefähr zur Hälfte geschafft, seitdem steht es im Regal unter der Abteilung Muss ich noch lesen ... (gleiches gilt übrigens auch für Stendhals "Die Kartause von Parma"...) und hat den letzten Umzug so mitgemacht.
Nikolaus.
__________________ Tanzen, das ist der glücklichste Rhythmus des Lebens...
M. Sauvageot
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29.10.2008 20:02 |
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Poztupimi

Dabei seit: 15.05.2007
Beiträge: 2.109
Herkunft: Niedersachsen
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Original von nikolaus
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Original von cellodil
Lieber Frank,
... und wenn Du dann die ganzen von Wolfgang erwähnten Musikstücke gehört, die Odyssee gelesen hast, dann machst Du Dich an Joyces Ulysses ran? Übrigens auch ein Buch, an dem ich immer wieder gescheitert bin...
... |
Geht mir auch so, ich habe es vor zwei Jahren mal bis ungefähr zur Hälfte geschafft, seitdem steht es im Regal unter der Abteilung Muss ich noch lesen ... (gleiches gilt übrigens auch für Stendhals "Die Kartause von Parma"...) und hat den letzten Umzug so mitgemacht.
Nikolaus. |
Ihr Lieben,
ich habe das Buch in der Übersetzung von Hans Wollschläger Anfang der 80er Jahre tatsächlich durchgelesen – mehr oder minder in einem Rutsch. Vielfach habe ich aber wenn mich meine Erinnerung nicht trügt nur deswegen weitergelesen, weil ich mich – warum auch immer, ich weiß es nicht mehr – einfach geärgert habe und dann den Ehrgeiz entwickelt habe, das Buch nun erst Recht zu schaffen (ein Ehrgeiz, den ich inzwischen abgelegt habe, sodaß ich C. Roches Werk schnell wieder zur Seite gelegt habe und es bei nächster Gelegenheit meiner Schwägerin zurückgeben werde – die mich gewarnt hatte).
Und natürlich lese ich zur Zeit auch was, nämlich dieses höchst musikalische Buch:

Rohan Kriwaczek (2008): Eine unvollständige Geschichte der Begräbnis-Violine – aus dem Englischen von Isabell Lorenz (1. Auflage, 1.-7 . Tausend).—
Die Andere Bibliothek, Band 278: 306 S.; Frankfurt am Main (Eichborn Verlag).
ISBN: 978-3-8218-4591-3
Grüße,
Wolfgang
__________________ Wir sollten uns nicht brüsten, der Gipfel der Evolution zu sein, sondern uns daran freuen, eine Art Freak der Natur zu sein.
So etwas wie uns wird die Evolution nie wieder hervorbringen. (Paul Sereno, Paläontologe)
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29.10.2008 21:03 |
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cellodil

Dabei seit: 04.10.2006
Beiträge: 3.560
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Original von Poztupimi
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Original von nikolaus
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Original von cellodil
Lieber Frank,
... und wenn Du dann die ganzen von Wolfgang erwähnten Musikstücke gehört, die Odyssee gelesen hast, dann machst Du Dich an Joyces Ulysses ran? Übrigens auch ein Buch, an dem ich immer wieder gescheitert bin...
... |
Geht mir auch so, ich habe es vor zwei Jahren mal bis ungefähr zur Hälfte geschafft, seitdem steht es im Regal unter der Abteilung Muss ich noch lesen ... (gleiches gilt übrigens auch für Stendhals "Die Kartause von Parma"...) und hat den letzten Umzug so mitgemacht.
Nikolaus. |
Ihr Lieben,
ich habe das Buch in der Übersetzung von Hans Wollschläger Anfang der 80er Jahre tatsächlich durchgelesen – mehr oder minder in einem Rutsch. Vielfach habe ich aber wenn mich meine Erinnerung nicht trügt nur deswegen weitergelesen, weil ich mich – warum auch immer, ich weiß es nicht mehr – einfach geärgert habe und dann den Ehrgeiz entwickelt habe, das Buch nun erst Recht zu schaffen (ein Ehrgeiz, den ich inzwischen abgelegt habe, sodaß ich C. Roches Werk schnell wieder zur Seite gelegt habe und es bei nächster Gelegenheit meiner Schwägerin zurückgeben werde – die mich gewarnt hatte). |
Weiterlesen aus Ärger und Trotz... Auch eine Variante, die ich allerdings nur aus meiner Jugend kenne, wo ich zunächst aus Verliebtheit in einen Hobbit-Fan, dann mit wachsendem Ärger und am Ende nur noch aus Trotz drei Bände Tolkien gelesen habe. Es war für mich eine einzige Quälerei, die mir so nachhaltig in Erinnerung geblieben ist, dass ich das freiwillig seither nie mehr gemacht habe.
| Zitat: |
Original von Poztupimi
Und natürlich lese ich zur Zeit auch was, nämlich dieses höchst musikalische Buch:

Rohan Kriwaczek (2008): Eine unvollständige Geschichte der Begräbnis-Violine – aus dem Englischen von Isabell Lorenz (1. Auflage, 1.-7 . Tausend).—
Die Andere Bibliothek, Band 278: 306 S.; Frankfurt am Main (Eichborn Verlag).
ISBN: 978-3-8218-4591-3
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Lieber Wolfgang,
das ist doch Fiktion, oder? Ich habe vor längerer Zeit mal in einem Radiobeitrag von dem Buch gehört, das klang ganz witzig.
Liebe Grüße
Sabine
__________________ ... the rest is silence
William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii
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29.10.2008 21:15 |
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Poztupimi

Dabei seit: 15.05.2007
Beiträge: 2.109
Herkunft: Niedersachsen
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Original von cellodil
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Original von Poztupimi
Und natürlich lese ich zur Zeit auch was, nämlich dieses höchst musikalische Buch:

Rohan Kriwaczek (2008): Eine unvollständige Geschichte der Begräbnis-Violine – aus dem Englischen von Isabell Lorenz (1. Auflage, 1.-7 . Tausend).—
Die Andere Bibliothek, Band 278: 306 S.; Frankfurt am Main (Eichborn Verlag).
ISBN: 978-3-8218-4591-3
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Lieber Wolfgang,
das ist doch Fiktion, oder? Ich habe vor längerer Zeit mal in einem Radiobeitrag von dem Buch gehört, das klang ganz witzig.
Liebe Grüße
Sabine |
Liebe Sabine,
ich bin noch nicht über die ersten 60 Seiten hinaus, was aber eher an meinem momentanen Leseverhalten liegt.
Kriwaczek breitet hier die Geschichte einer vermeintlichen alten Tradition aus, die irgendwann im Mittelalter begann und im weiteren Verlauf der Geschichte sehr erfolgreich verlief, bis ihr Säuberungsaktionen des Vatikans den Garaus bereiteten und die Aktiven – organisiert in der geheimnisvollen "Guild of Funerary Violinists" (deren derzeitig amtierender Präsident er ist) – in den "Untergrund" trieben. Manchmal vielleicht etwas spröde geschrieben, aber dafür mit vielen Details, neben vielen Photos von Trauerviolinisten fügt Kriwaczek im Anhang sogar auf gut 40 Seiten eine Auswahl aus den erhalten gebliebenen und bisher entdeckten Partituren – zu denen er zunächst als Schriftführer und später als Präsident der Zunft Zugang hatte und hat – bei.
Es gibt ein Kapitel "Kurze Zusammenfassung früher Trauermusik – Alte Flöten, frühe Christen und die erste große Säuberung der Trauermusik", weitere betitelt mit "George Babcotte – Der erste aller Trauervilinisten", "Die Geburt einer Tradition – Wie sich die Kunst der Trauerviolinemusik rasant in Europa verbreitete" oder "Pierre Dubuisson – "Großmeister des Trauermusikduells".
Alles wohl Fiktion. Und alles in einem wie ich finde – und wie bei der Anderen Bibliothek üblich – sehr schön aufgemachten Band (das Cover zeigt übrigens einen Holzschnitt aus der Folge "Der doten dantz mit figuren", Heidelberg um 1490).
Grüße,
Wolfgang
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29.10.2008 21:54 |
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Travi

Dabei seit: 08.10.2007
Beiträge: 106
Herkunft: Düsseldorf
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Seit einigen Monaten lese ich immer wieder in The Rest Is Noise, dem Klassischen-Musik-Blog von Alex Ross, Musik-Kritiker beim New Yorker. Er schreibt dort seit dem 9. Mai 2004, und zwar, so meine ich jedenfalls, brilliant. Ich stieß darauf, weil ich mir im Frühjahr das gerade erschienene Buch gleichen Titels gekauft hatte (das ich inzwischen an Amazon zurückgeschickt habe, weil es, obwohl wunderschön gedruckt und gebunden, nach fast 200 Seiten in der Mitte auseinanderbrach - soviel zum Thema "amerikanische Buchkultur"... die ich eigentlich sehr schätze!).
Für ein gestandenes Magazin wie den New Yorker macht es sich sicher gut, sich "modern" zu zeigen. Ross meint sogar, dass das Internet die klassische Musik "gerettet" habe, nachdem sie in den USA zwischen 1980 und 2000 aus den Medien praktisch verschwunden sei.
Sein Blog enthält in lockerer Folge aktuelle Infos und Kommentare, oft angereichert mit Audiodateien, Fotos und/oder Videos und anderen Links. Das Aktuelle bezieht sich natürlich vor allem auf New-Yorkerisches und allgemein auf US-Amerikanisches, aber nicht nur (und da sich, wie wir wissen, die Programmzettel dieser Welt eh ähneln wie ein Ei dem andern, wäre das eh kein Problem...). Der Blog enthält außerdem ein reiches Archiv sorgfältig ausgearbeiteter Aufsätze sowie eine Auswahl an Artikeln aus seiner New Yorker Kolumne seit 1996. Da Buch und Blog in den letzten drei Jahren vor der Veröffentlichung des Buches parallel in Arbeit waren, findet man vieles zur Geschichte der Musik des 20. Jahrhunderts. Ross ist nach eigenem Bekunden mit klassischer Musik aufgewachsen und hat erst später begonnen, sich auch mit Jazz, Pop und vor allem zeitgenössischer Musik zu befassen. Was ihn interessiert, sind unter anderem wechselseitige Einflüsse und Bezüge. Dieses die Grenzen sprengende Interesse zeigt sich auch in seiner Methode. Er schreibt über klassische Musik, als sei sie Pop, und umgekehrt über Pop, als handle es sich um klassische Musik.
Eine Suchfunktion ist natürlich integriert; ich erhielt bei meinen am 29. Oktober aus reiner Neugier gestarteten, eher willkürlichen Versuchen 6 Einträge für Revueltas, 17 für Korngold, etwa 30 für Takemitsu, 38 für Schumann, 42 für Arvo Pärt, 43 für Puccini, 94 für Schubert, 134 für Boulez, 146 für Cage, 164 für Sibelius, 193 für Schostakowitsch, 233 für Schoenberg, 257 für Mahler, 258 für Mozart, 266 für Beethoven. Ein hübsches Glossar mit Hörbeispielen ist auch vorhanden und es gibt die in Internetkreisen offenbar besonders beliebten Hitparaden, aber Ross hat diese nach eigenem Bekunden wohl hauptsächlich angefügt, um nicht als Spielverderber zu gelten.
Ich entdecke in The Rest Is Noise immer wieder Erfrischendes. So schreibt er unter dem Titel Listen to this u.a. darüber, was er von etablierten Bezeichnungen wie "klassische" oder "ernste" oder "schöne" Musik hält, nämlich nicht viel, da sie potentielle HörerInnen automatisch vergraulten, und wie ihm das Stöhnen über das Sterben der klassischen Musik (oder "ernsten" oder "schönen") auf die Nerven gehe. (Leider ist es aber auch für ihn nicht so ganz einfach, zündende Alternativen zu bieten...)
Zum Schluss noch einige wenige, unsortierte Beispiele für Beiträge, die mich bisher besonders interessiert haben:
über Film-Musik anlässlich der Oscarverleihung an James Horner
http://www.therestisnoise.com/2004/05/oscar_scores.html mit einem sehr schönen Herrmann-Zitat am Ende (die Film-Musik als die weiße Stelle auf alten Landkarten; H. starb zwar schon 1975, aber die Lage scheint heute nicht wesentlich anders)
über das Hören der späten Korngold-Symphonie in F-sharp als einem von mehreren "life-altering moments"
http://www.therestisnoise.com/2004/10/epiphany_11_kor.html
über die besonders gelungene Verwendung von klassischer Musik (hier: Webern's "exquisitely dissonant Variations for Piano") in einer Fernsehserie wie den Sopranos
http://www.therestisnoise.com/blog_spring_04/page/2/
Ich könnte die Liste fortsetzen.
Ich habe mir das Buch noch nicht wieder bestellt, obwohl ich es verschlungen hatte und obwohl die aktualisierte Neuauflage gerade erschienen ist. Mal sehen...
Gruß,
Travi
__________________ You can't possibly hear the last movement of Beethoven's Seventh and go slow. ~Oscar Levant, explaining his way out of a speeding ticket.
The pause is as important as the note. ~Truman Fisher
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30.10.2008 18:16 |
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Gamaheh

Dabei seit: 31.05.2006
Beiträge: 1.342
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| Zitat: |
Original von nikolaus
Liebe Gamaheh!
Mich beschleicht jetzt langsam der Verdacht, dass Du ein Sprachgenie bist:
Offenbar sprichst Du neben Französisch auch Italienisch!
Hochachtung!
Mein Französisch habe ich wohl inzwischen verlernt und Italienisch nie angefangen...
Buona notte, Nicola |
Lieber Nikolaus,
vielen Dank für Deinen Spott! Wenn Du nur wüßtest, daß ich auch noch Vierländisch kann - das macht bereits sechs!
Herzliche Grüße,
Gamaheh
__________________ Es gibt keinen höheren Zweck der Kunst, als in dem Menschen diejenige Lust zu entzünden, welche sein ganzes Wesen von aller irdischen Qual [...] befreit und ihn [...] erhebt. [E.T.A. Hoffmann]
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30.10.2008 23:13 |
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Gamaheh

Dabei seit: 31.05.2006
Beiträge: 1.342
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| Zitat: |
Original von LazarusLong
Die hier habe ich schliesslich auch geschafft.

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Die aber sollte man unbedingt im Original lesen !
Grüße,
Gamaheh
__________________ Es gibt keinen höheren Zweck der Kunst, als in dem Menschen diejenige Lust zu entzünden, welche sein ganzes Wesen von aller irdischen Qual [...] befreit und ihn [...] erhebt. [E.T.A. Hoffmann]
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30.10.2008 23:15 |
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Heike

Dabei seit: 18.05.2008
Beiträge: 1.939
Herkunft: Berlin
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Ja, ich habs mir jetzt gekauft und hab grad gestern angefangen:
J. Kaiser: "Ich bin der letzte Mohikaner"

Ich bin erst auf Seite 59, aber bisher finde ich es sehr unterhaltsam. Gerade hat Kaiser z.B. über die Gattung Streichquartette geschrieben, die "nach Meinung vieler Musikfreunde"... "reichste und substanziellste Gattung schöner Musik". Ich liebe Streichquartette, und ich finde es sehr interessant zu lesen, was Kaiser besonders mag und warum - und auch, wie er die einzelnen Komponisten beschreibt. Mal ein Beispiel: "Beethovens Kunst sagt: Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Schubert winkt ab: Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst."
Ich freu mich aufs Weiterlesen :-)
Hebre
P.s der hat geschieben, dass er eine Vortragsreihe über Streichquartette gehalten hat - das gibts wohl nicht als Buch, oder? Nee, leider bestimmt nicht :-(
__________________ Ich bin nicht sicher, ob es Fortschritt in der Kunst geben kann - Arvo Pärt
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Heike: 30.10.2008 23:48.
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30.10.2008 23:34 |
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LazarusLong

Dabei seit: 15.09.2006
Beiträge: 387
Herkunft: Polska
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| Zitat: |
Original von Gamaheh
| Zitat: |
Original von LazarusLong
Die hier habe ich schliesslich auch geschafft.

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Die aber sollte man unbedingt im Original lesen !
Grüße,
Gamaheh |
Griechisch??
Dafür hats bei mir nicht mehr gereicht.
Wenn Du die Hexameterform meinst, dann kann ich voller Stolz verkünden: Jawohl, habe ich in dieser Form gelesen. War gar nicht so schwer, wenn man sich erst an den Diktus gewöhnt hat, liest sich das wie ein ganz normaler Roman. (Zumindest ging das mir so).
Hast Du die Illias im Original gelesen?
Wenn ja,
neidische Grüsse
Frank
__________________ Difficile est satiram non scribere.
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31.10.2008 08:53 |
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cellodil

Dabei seit: 04.10.2006
Beiträge: 3.560
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| Zitat: |
Original von Hebre
Ja, ich habs mir jetzt gekauft und hab grad gestern angefangen:
J. Kaiser: "Ich bin der letzte Mohikaner"

Ich bin erst auf Seite 59, aber bisher finde ich es sehr unterhaltsam. Gerade hat Kaiser z.B. über die Gattung Streichquartette geschrieben, die "nach Meinung vieler Musikfreunde"... "reichste und substanziellste Gattung schöner Musik". Ich liebe Streichquartette, und ich finde es sehr interessant zu lesen, was Kaiser besonders mag und warum - und auch, wie er die einzelnen Komponisten beschreibt. Mal ein Beispiel: "Beethovens Kunst sagt: Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Schubert winkt ab: Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst."
Ich freu mich aufs Weiterlesen :-)
Hebre
P.s der hat geschieben, dass er eine Vortragsreihe über Streichquartette gehalten hat - das gibts wohl nicht als Buch, oder? Nee, leider bestimmt nicht :-( |
Liebe Hebre,
ich hatte mir auch schon überlegt, ob ich mir dieses Buch anschaffen soll, hatte es aber leider noch nicht in der Hand. Ist das eigentlich ein langes Interview? So etwas hatte ich zumindest gehört.
Deine Frage kann ich leider nicht beantworten.
Liebe Grüße
Sabine
__________________ ... the rest is silence
William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii
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31.10.2008 13:36 |
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Zu später Stunde angefangen:
__________________ "Der Tod ist der Anfang des Lebens" (Martin Luther)
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01.11.2008 00:22 |
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cellodil

Dabei seit: 04.10.2006
Beiträge: 3.560
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Ich lese gerade mit einigem Vergnügen die Kindheits- und Jugendbiografie des britischen Autors und Schauspielers Stephen Fry.

Stephen Fry, Columbus war ein Engländer
OT: Moab Is My Washpot
Ü: Georg Deggerich
Aufbau Taschenbuch
Berlin, 1. Auflage 2008
ISBN 978-3-7466-2488-4
Ein kluges, witziges und mutiges Buch, das eine Sogwirkung hat, das ich gar nicht mehr aus der Hand legen mag.
Und über die Kraft der Musik und/oder die eigene Unfähigkeit, Musik zu machen, äußert sich Fry übrigens auch auf höchst amüsante Weise...
Liebe Grüße
Sabine
__________________ ... the rest is silence
William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii
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01.11.2008 06:12 |
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Heike

Dabei seit: 18.05.2008
Beiträge: 1.939
Herkunft: Berlin
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Hallo Sabine,
| Zitat: |
| ich hatte mir auch schon überlegt, ob ich mir dieses Buch anschaffen soll, hatte es aber leider noch nicht in der Hand. Ist das eigentlich ein langes Interview? So etwas hatte ich zumindest gehört. |
Jein. Es sind Fragmente aus dem Leben von J. Kaiser, teilweise als Interview. Andererseits sind es vielmehr Erinnerungen, Berichte, Fotos von ihm selbst sowie auch von seiner Tochter über ihn und die Familie. Die Antworten sind nämlich meist viel zu ausführlich, um noch als Gespräch durchzugehen ;-)
Hebre
__________________ Ich bin nicht sicher, ob es Fortschritt in der Kunst geben kann - Arvo Pärt
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01.11.2008 09:04 |
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Rachmaninov
Administrator
    
Dabei seit: 17.03.2006
Beiträge: 10.832
Themenstarter
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| Zitat: |
Original von Hebre
Ja, ich habs mir jetzt gekauft und hab grad gestern angefangen:
J. Kaiser: "Ich bin der letzte Mohikaner"
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Sorry, aber den Titel finde ich albern, da Kaiser sich damit mit Größen auf eine Stufe stellt, mit denen er nicht auf eine Stufe ist und so tut als wäre er der letzte einer "Art", die es "bedauerlicherweise" nicht mehr gibt. Ich finde den Titel gelinde gesagt "geistig rückständig".
__________________ _____
Administrator: Das Klassikforum
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01.11.2008 09:59 |
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Besucher seit:
09.04.2006 09:00 Uhr
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