Das Klassikforum
Registrierung Kalender Mitgliederliste Teammitglieder Suche Häufig gestellte Fragen Zur Startseite

Das Klassikforum » Das Musikzimmer » Bibliothek » Was lest ihr zur Zeit? » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
Letzter Beitrag | Erster ungelesener Beitrag Druckvorschau | An Freund senden | Thema zu Favoriten hinzufügen
Seiten (39): « erste ... « vorherige 16 17 [18] 19 20 nächste » ... letzte » Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Zum Ende der Seite springen Was lest ihr zur Zeit?
Autor
Beitrag « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »
Heike Heike ist weiblich


Dabei seit: 18.05.2008
Beiträge: 1.925
Herkunft: Berlin

Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Ich fand den Titel auch merkwürdig, allerdings kenne ich Kaiser bisher als jemanden, dem Starallüren bzw. Kritik um des eignen Egos willen eher fremd sind.

Ob er das wirklich selbst so wollte oder ob der Verlag ihn dabei ein wenig nötigte, wer weiß. Und, wenn ichs mir recht überlege, so viele Universalgebildete bzw. so viele Kritiker mit breiter humanistischer Bildung wachsen ja nun heute gerade nicht nach unglücklich Aber egal, ich hab mir das Buch ja nicht wegen des Titels gekauft, sondern weil ich Kaisers Kritiken immer recht gerne mag; und mir ein paar unterhaltsame Lesestunden über die Kunst, Musik und Literatur und ein paar interessante Anregungen zum Weiterlesen und Weiterhören erhoffe :-) (ist bis jetzt alles eingetreten, also nehm ich mal die komische Überschrift in Kauf)

Hebre

__________________
Ich bin nicht sicher, ob es Fortschritt in der Kunst geben kann - Arvo Pärt
01.11.2008 11:21 Heike ist offline E-Mail an Heike senden Beiträge von Heike suchen Nehmen Sie Heike in Ihre Freundesliste auf
cellodil


images/avatars/avatar-307.jpg

Dabei seit: 04.10.2006
Beiträge: 3.560

Joachim Kaiser, Ich bin der letzte Mohikaner Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Hebre
Hallo Sabine,
Zitat:
ich hatte mir auch schon überlegt, ob ich mir dieses Buch anschaffen soll, hatte es aber leider noch nicht in der Hand. Ist das eigentlich ein langes Interview? So etwas hatte ich zumindest gehört.

Jein. Es sind Fragmente aus dem Leben von J. Kaiser, teilweise als Interview. Andererseits sind es vielmehr Erinnerungen, Berichte, Fotos von ihm selbst sowie auch von seiner Tochter über ihn und die Familie. Die Antworten sind nämlich meist viel zu ausführlich, um noch als Gespräch durchzugehen ;-)
Hebre


Liebe Hebre,

Danke für Deine Antwort. Dann scheint das eher so eine Art Gesprächsfiktion zu sein... Wahrscheinlich schaue ich am besten mal rein, wenn ich es beim Buchhändler sehen sollte.

Wie gefällt Dir das Buch denn jenseits von Seite 59?

Herzliche Grüße

Sabine

__________________
... the rest is silence
William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii
01.11.2008 22:16 cellodil ist offline E-Mail an cellodil senden Beiträge von cellodil suchen Nehmen Sie cellodil in Ihre Freundesliste auf
Heike Heike ist weiblich


Dabei seit: 18.05.2008
Beiträge: 1.925
Herkunft: Berlin

Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hallo Sabine,
ich hatte noch nicht allzuviel Zeit zum weiterlesen, aber auch die nächsten 42 Seiten waren kurzweilig und interessant. Wobei es natürlich besonders interessante und mich weniger interessierende Passagen gibt.

Ich lese sowieso gern Biographien, insofern macht mir das Buch Spaß. Zudem es noch mit kleinen Essays, alten Kritiken und Berichten über Zeitgenossen angereichert ist, welche mich auch interessieren. Gerade gab es z.B. eine längere Passage über Adorno und sein Buch zur neuen Musik. Insofern ist das nicht immer ganz leichte Kost und manches muss man auch zweimal lesen, aber ich finde es grade in dieser bunten Mischung spannend.
Heike

__________________
Ich bin nicht sicher, ob es Fortschritt in der Kunst geben kann - Arvo Pärt

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Heike: 02.11.2008 08:31.

01.11.2008 23:21 Heike ist offline E-Mail an Heike senden Beiträge von Heike suchen Nehmen Sie Heike in Ihre Freundesliste auf
cellodil


images/avatars/avatar-307.jpg

Dabei seit: 04.10.2006
Beiträge: 3.560

Joachim Kaiser Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Liebe Heike,

danke . Das klingt nach einer abwechslungsreichen und anregenden Lektüre. Kein endloses, selbst- oder vaterbeweihräucherndes Gelaber (das hatte ich nämlich ein wenig befürchtet bei der Vorstellung "Interview Vater und Tochter").

Dir einen schönen Sonntag und
liebe Grüße

Sabine

__________________
... the rest is silence
William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii
02.11.2008 09:03 cellodil ist offline E-Mail an cellodil senden Beiträge von cellodil suchen Nehmen Sie cellodil in Ihre Freundesliste auf
Travi Travi ist weiblich


Dabei seit: 08.10.2007
Beiträge: 106
Herkunft: Düsseldorf

RE: Korngold. Musik ist Musik Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Frisch eingetroffen: Die erste deutschsprachige Korngold-Biographie seit 1922, Korngold. Musik ist Musik, von Guy Wagner, erschienen bei Matthes & Seitz, Berlin.

Der Klappentext verspricht "die Reichhaltigkeit und Komplexität eines der vielseitigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts neu zu entdecken". Wäre ja schön... denn selbst die Korngold-Biographie von Jessica Duchen (einem Korngold-Fan!), die im englischsprachigen Bereich bereits 1996 erschien und die ich vergangenen Winter gelesen habe, hinterließ bei mir einen etwas merkwürdigen Nachgeschmack - Korngold als das ewige, unter der Fuchtel des allmächtigen Vaters stehende Wunderkind... na ja...

Mir gefällt das Buch von Wagner so gut, dass ich es schon nicht mehr aus der Hand legen kann. Ein paar Stücke, von denen bisher schon die Rede war, habe ich auch nochmal aufgelegt - wunderschön anzuhören wie immer.

Der Verfasser ist offenbar auf Musikerbiographien spezialisiert und hat interessanterweise bereits eine Biographie Theodorakis' und einen biographischen Schubert-Roman veröffentlicht, scheint also auch mal über den Tellerrand zu gucken.

Ein ausführlicherer Bericht folgt.

Travi

__________________
You can't possibly hear the last movement of Beethoven's Seventh and go slow. ~Oscar Levant, explaining his way out of a speeding ticket.

The pause is as important as the note. ~Truman Fisher
07.11.2008 22:26 Travi ist offline Beiträge von Travi suchen Nehmen Sie Travi in Ihre Freundesliste auf
jünter jünter ist männlich


images/avatars/avatar-359.jpg

Dabei seit: 06.06.2008
Beiträge: 220
Herkunft: Rheinische Jong im märkischen Sand

Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Bei mir gehts mit dem 2. Teil von Kempowskis Deutscher Chronik weiter:



@cellodil: Hallo Sabine, ich halte durch!

__________________
"Er war ein guter Jurist und auch sonst von mäßigem Verstande." (Ludwig Thoma)
13.11.2008 19:30 jünter ist offline E-Mail an jünter senden Beiträge von jünter suchen Nehmen Sie jünter in Ihre Freundesliste auf
Leif Erikson


Dabei seit: 31.05.2008
Beiträge: 361

Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Weil mir Frank Martin's Musik sehr gut gefällt lese ich dies:



Das Kapitel "Zur Einführung ins Werk" ist allerdings eine professionelle Analyse von Martin's Stil an einem Notenbeispiel und ist mir zu hoch.
Es beschreibt Martin's Verwendung einer 12-Ton Reihe aber auch mit Terz-Harmonik und teilweise modal und einer sog. "gleitenden Tonalität". Es muß äußerst raffiniert sein, wie er komponiert. Wahrscheinlich muß man sich auch ans Klavier setzen um es nachzuvollziehen.

Derselbe Autor hat auch eine Promotion über Martin geschrieben mit ausgedehnten Analysen ganzer Werke.

Das wäre was für unsere Profis.

Gruß, Leif.
18.11.2008 18:00 Leif Erikson ist offline Beiträge von Leif Erikson suchen Nehmen Sie Leif Erikson in Ihre Freundesliste auf
cellodil


images/avatars/avatar-307.jpg

Dabei seit: 04.10.2006
Beiträge: 3.560

Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen



Sonia Simmenauer
Muss es sein? Leben im Quartett
Gebundene Ausgabe: 131 Seiten
Verlag: Berenberg; Auflage: 1 (5. März 2008)
ISBN-10: 3937834249
ISBN-13: 978-3937834245


Ein wunderschönes, kurzweiliges Buch, in dem die Hamburger Konzertagentin Sonia Simmenauer über ihre langjährigen Erfahrungen mit Streichquartettensembles plaudert. Vielleicht nicht unbedingt viel Neues, aber auf jeden Fall amüsante Unterhaltung.

__________________
... the rest is silence
William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii
20.11.2008 08:05 cellodil ist offline E-Mail an cellodil senden Beiträge von cellodil suchen Nehmen Sie cellodil in Ihre Freundesliste auf
cellodil


images/avatars/avatar-307.jpg

Dabei seit: 04.10.2006
Beiträge: 3.560

Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Gerade ausgelesen:



Siegfried Lenz
Schweigeminute: Novelle
Hoffmann und Campe, Hamburg
128 Seiten
6. Auflage, 2008
ISBN 978-3-455-04284-9


Der 18jährige Christian liebt seine Englischlehrerin Stella. Die beiden werden ein Paar. Doch schon zu Beginn der Novelle ist Stella tot. Christian steht zusammen mit seinen Mitschülern bei der "Gedenkstunde" für die tote Lehrerin vor deren Foto in der Aula der Schule und erinnert sich an ihre Liebe.

Lenz erzählt eine Liebesgeschichte, die alle Voraussetzungen hätte, im Klischee zu ersticken, was sie erfreulicherweise aber nicht tut. Im Gegenteil. Lenz erzählt, obwohl er konsequent Christians Perspektive benutzt, verhalten, subtil und ohne falsches Pathos, aber doch mit großer Eindringlichkeit.

Ein durchaus lesenswertes Buch für einen regnerisch-kalten Novembernachmittag.

__________________
... the rest is silence
William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii
21.11.2008 15:42 cellodil ist offline E-Mail an cellodil senden Beiträge von cellodil suchen Nehmen Sie cellodil in Ihre Freundesliste auf
cellodil


images/avatars/avatar-307.jpg

Dabei seit: 04.10.2006
Beiträge: 3.560

Kempowski Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von jünter
Bei mir gehts mit dem 2. Teil von Kempowskis Deutscher Chronik weiter:



@cellodil: Hallo Sabine, ich halte durch!


Lieber Jünter,

da bleibt mir nur die Ehrfurcht und bowdown bowdown bowdown

Liebe Grüße

Sabine

__________________
... the rest is silence
William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii
21.11.2008 16:38 cellodil ist offline E-Mail an cellodil senden Beiträge von cellodil suchen Nehmen Sie cellodil in Ihre Freundesliste auf
Travi Travi ist weiblich


Dabei seit: 08.10.2007
Beiträge: 106
Herkunft: Düsseldorf

Guy Wagner: Korngold. Musik ist Musik. Matthes & Seitz, Berlin 2008 Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Ich wies bereits kurz darauf hin: Seit 1922 ist zum ersten Mal, wenn auch mit Verzögerung, eine deutschsprachige Korngold-Biographie erschienen. Das Buch umfasst über 400 Seiten zum eigentlichen Gegenstand sowie einen 15-seitigen Anhang zum älteren Bruder, Han(n)s Robert Korngold. Es ist gut gesetzt, wenn auch nicht fehlerlos; ein paar Anglizismen haben mich beim Lesen gestört (ich mag da empfindlicher sein als andere). Wirklich bedauerlich aber ist die Tatsache, dass bei der Ausstattung mit den vielen Bildern, darunter Fotos von schriftlichen Dokumenten, eine echte Chance vertan wurde. Die Abbildungen sind viel zu klein und kämen auf dem rauhen Papier auch in größerem Format wohl kaum zur Geltung. Wer die zum Teil identischen Fotos in Großformat und auf Kunstdruckpapier sehen will, sollte sich weiterhin an die englischsprachige, meines Wissens leider nicht übersetzte Biographie von Jessica Duchen halten. Was mich zu der interessanten Frage bringt, inwieweit sich der Kauf lohnt und inwieweit die Versprechungen des Verlags eingelöst werden.

Wagner teilt sein Werk in knappe, kategorische Überschriften ein wie "Der Vater", "Die Stadt", "Das Wunderkind" und später "Der Vereinsamte" bis hin zu "Die Renaissance". In den ersten Kapiteln führt das dazu, dass Korngold aus dem Wunderkindalter nicht herauszukommen scheint, denn die Chronologie springt immer wieder vor und zurück. Genau das aber wurde dem Komponisten ohnehin immer vorgeworfen.

Die Figur des übermächtigen Vaters wird in diesem Buch noch schärfer gezeichnet, als ich es vorher gewohnt war. Nach der Lektüre der Biographie von Jessica Duchen hatte ich schon ein unangenehmes Gefühl im Magen (Carrolls Werk kenne ich nur "häppchenweise" aus dem Internet), aber Wagners Darstellung ist ein Albtraum. Julius Korngold schrieb seinem Sohn täglich, auch als man sich jeden Tag sah; Konzepte gingen der endgültigen Fassung voraus. Der Abdruck (mit Transkription) von Briefen des Vaters wäre mir persönlich interessant erschienen, aber vielleicht ist da ja etwas in Vorbereitung, wovon ich nichts weiß. Kostproben seiner Kritiken hätten mich ebenfalls interessiert und ein Anhang über die geistige Struktur des Familien- wie Kritikerdespoten. Schlimm ist es auch, E.W. Korngolds eigene späte Äußerungen zur zeitgenössischen Musik zu lesen: Da scheint sich der Sohn, der die Musikwelt nicht mehr versteht, buchstäblich in den Vater (dem möglicherweise eine eigene Wunderkindkarriere versagt wurde) verwandelt zu haben, und Wagner muss zugeben, dass mancher Satz genauso gut aus der Feder des Vaters hätte stammen können.

Die Offenbarungen über den Teil der Familie Korngolds, von dem früher nie die Rede war und der in den Konzentrationslagern umkam, sind nicht so groß wie erwartet. Welche Schlüsse der Autor aus der Tatsache ziehen will, dass von etlichen Familienmitgliedern vorher gar nichts bekannt war, wird nicht klar. Das durchaus widersprüchliche Porträt des Vaters aber, das Wagner zeichnet, ist nicht nur durch den Umfang, den es im Buch einnimmt, bestürzend und aufschlussreich. Da ist die beruflich-distanzierte Haltung des Musikkritikers, auch schon des Juristen (der den Beruf des Anwalts bei der ersten Gelegenheit an den Nagel hängt), da ist der Musikenthusiast und Möchtegern-Musiker, der sich mit dem jüngeren Sohn, dem genialen Künstler, identifiziert (ohne dies, aus begreiflichen Gründen, allzu deutlich werden zu lassen), und da ist der bürgerliche Familientyrann, der den älteren Sohn, eine nicht-bürgerliche Existenz, ablehnt genau wie, lebenslang, die Schwiegertochter Luzi, weil sie Schauspielerin war.

Was mir gefallen hat, ist die gründliche Auseinandersetzung Wagners mit den Quellen und Werken und die intensive Darstellung der Filmmusik und deren Verflechtungen mit der Musik, die Korngold vor allem wichtig war: mit der "reinen" Musik. Das Korngold-Archiv in Hamburg scheint hier besonders hilfreich gewesen zu sein. Die Bibliographie ist beachtlich und ich habe mich gefreut zu sehen, wieviele WissenschaftlerInnen sich mit diesem Komponisten mittlerweile beschäftigen. Es ist schön, so ein umfangreiches und zudem gut geschriebenes Werk über Korngold nun endlich auch für den deutschsprachigen Raum zu haben. Nach der langen Pause sollten bei uns erstaunlicherweise sogar gleich zwei Biographien erscheinen, aber die Übersetzung von Brendan G. Carrolls The Last Prodigy ist trotz langer Vorankündigung immer noch nicht verfügbar. Es wird anregend sein, die beiden Ansätze zu vergleichen und sich von hier aus weiter mit Korngold zu befassen.

Alles in allem war die Lektüre ein spannendes Unterfangen. Eine Frage bleibt allerdings: Kann man den Mann nicht "einfach" mal als erwachsenen Menschen darstellen...?

Eine Anzahl (positiver) Rezensionen hat der Autor auf seiner eigenen Website versammelt; nachzulesen hier: http://www.guywagner.net/critique18.htm

Gruß,
Travi

__________________
You can't possibly hear the last movement of Beethoven's Seventh and go slow. ~Oscar Levant, explaining his way out of a speeding ticket.

The pause is as important as the note. ~Truman Fisher
22.11.2008 19:47 Travi ist offline Beiträge von Travi suchen Nehmen Sie Travi in Ihre Freundesliste auf
cellodil


images/avatars/avatar-307.jpg

Dabei seit: 04.10.2006
Beiträge: 3.560

Safier / Jesus liebt micht Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Meine nächtlichen Lesestunden verbringe ich gerade mit:


David Safier
Jesus liebt mich
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Kindler (29. Oktober 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3463405520
ISBN-13: 978-3463405520


Safiers zweiter Roman ist nicht ganz so amüsant wie sein überaus empfehlenswerter Erstling Mieses Karma, aber dennoch nette, unangestrengte Unterhaltungslektüre, die ihre wirklich witzigen und guten Momente hat.

Der Teufel sieht aus wie George Clooney. Und Jesus nennt sich Joshua und will vor dem Jüngsten Gericht, das kurz bevorsteht, noch einmal als Zimmermann arbeiten. Dabei lernt er Marie kennen, die gerade vor dem Altar das "Neinwort" gegeben hat und nun nach geplatzter Hochzeit wieder bei ihrem Vater lebt, der sich nächtens lautstark mit seiner aus Weißrussland importierten Freundin vergnügt. Maries Mutter ist Psychotherapeutin und hat eine Affäre mit Pastor Gabriel, einem Erzengel, der sich wegen der Liebe aus dem Himmel auf die Erde hat versetzen lassen. Als Joshua Marie seine wahre Identität enthüllt, glaubt diese erst einmal, einen psychiatrischen Fall vor sich zu haben und macht sich im Internet über Heilungschancen kundig. Doch Maries Vorschlag, Joshua solle doch von der Garage springen, will dieser partout nicht Folge leisten.

Ich gebe zu: So etwas muss man mögen.

Liebe Grüße

Sabine

__________________
... the rest is silence
William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii
24.11.2008 21:25 cellodil ist offline E-Mail an cellodil senden Beiträge von cellodil suchen Nehmen Sie cellodil in Ihre Freundesliste auf
LazarusLong LazarusLong ist männlich


images/avatars/avatar-243.gif

Dabei seit: 15.09.2006
Beiträge: 387
Herkunft: Polska

RE: Safier / Jesus liebt micht Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von cellodil
Meine nächtlichen Lesestunden verbringe ich gerade mit:


David Safier
Jesus liebt mich
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Kindler (29. Oktober 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3463405520
ISBN-13: 978-3463405520


Safiers zweiter Roman ist nicht ganz so amüsant wie sein überaus empfehlenswerter Erstling Mieses Karma, aber dennoch nette, unangestrengte Unterhaltungslektüre, die ihre wirklich witzigen und guten Momente hat.

Der Teufel sieht aus wie George Clooney. Und Jesus nennt sich Joshua und will vor dem Jüngsten Gericht, das kurz bevorsteht, noch einmal als Zimmermann arbeiten. Dabei lernt er Marie kennen, die gerade vor dem Altar das "Neinwort" gegeben hat und nun nach geplatzter Hochzeit wieder bei ihrem Vater lebt, der sich nächtens lautstark mit seiner aus Weißrussland importierten Freundin vergnügt. Maries Mutter ist Psychotherapeutin und hat eine Affäre mit Pastor Gabriel, einem Erzengel, der sich wegen der Liebe aus dem Himmel auf die Erde hat versetzen lassen. Als Joshua Marie seine wahre Identität enthüllt, glaubt diese erst einmal, einen psychiatrischen Fall vor sich zu haben und macht sich im Internet über Heilungschancen kundig. Doch Maries Vorschlag, Joshua solle doch von der Garage springen, will dieser partout nicht Folge leisten.

Ich gebe zu: So etwas muss man mögen.

Liebe Grüße

Sabine



Ich habs gerade bestellt, das klingt wirklich als wäre das meine Kragenweite

Danke für den Tip

frank

__________________
Difficile est satiram non scribere.
25.11.2008 07:56 LazarusLong ist offline E-Mail an LazarusLong senden Homepage von LazarusLong Beiträge von LazarusLong suchen Nehmen Sie LazarusLong in Ihre Freundesliste auf YIM-Name von LazarusLong: LazLongPL
cellodil


images/avatars/avatar-307.jpg

Dabei seit: 04.10.2006
Beiträge: 3.560

David Safier Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Lieber Frank,

falls Du an dem Gefallen finden solltest, dann könntest Du Dich im Anschluss (falls Du das nicht kennst) mit Safiers Erstling vergnügen:


David Safier
Mieses Karma
288 Seiten
Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 11., Aufl. (2. Mai 2008)
ISBN-10: 3499244551
ISBN-13: 978-3499244551


Ich habe das vor einiger Zeit gelesen und war schlicht hingerissen. Das ist mindestens so witzig und vielleicht noch ein bisschen schräger als die Jesus-Geschichte.

In Mieses Karma wird die Hauptfigur, die Fernsehmoderatorin Kim Lange, kurz nach der Verleihung des Fernsehpreises und eines Seitensprunges mit ihrem attraktiven Konkurrenten auf der Dachterrasse ihres Hotels vom Waschbecken einer desolaten Raumstation erschlagen und kurz darauf als Ameise wiedergeboren. Nun hat Kim nicht nur diverse Koordinationsprobleme mit ihren Beinen, sondern muss auch mitansehen, dass sich ihre beste Freundin aus Menschenzeiten an ihren Witwer und an die kleine Tochter heranmacht. Auch Giacomo Casanova (gleichfalls Ameise) ist da nur bedingt hilfreich...

Herzliche Grüße

Sabine

__________________
... the rest is silence
William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von cellodil: 25.11.2008 16:26.

25.11.2008 16:20 cellodil ist offline E-Mail an cellodil senden Beiträge von cellodil suchen Nehmen Sie cellodil in Ihre Freundesliste auf
HenningKolf HenningKolf ist männlich


Dabei seit: 02.09.2007
Beiträge: 1.476

Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Gerade fertig gelesen habe ich:

Otto Klemperer, Anwalt gter Musik, Henschel 1993

(aus hiesiger Bücherei geliehen)

Eine Sammlung von Zeitungsinterviews, von Klemperer verfasster (Leser)Briefe, Reden und sonstiger schriftlich festgehaltener Äußerungen des Dirigenten und Komponisten.

Sehr deutlich wird die Verehrung Mahlers (Telegramm an den "Spiegel": "In dem Artikel über das hundertjährige Bestehen der Wiener Staatsoper wurde der Name Gustav Mahler nicht erwähnt. Man fühlt sich in die Jahre 1933 bis 1945 zurückversetzt. Ich verlange eine Richtigstellung dieser Ohrfeige ins Gesicht aller Musiker und des gesamten Publikums.")und Beethovens, aber auch dass Klemperer Schoenberg und Strawinski sehr schätzte.

Ein Mann mit festen Ansichten.

Kostprobe: "Oft erlebe ich folgendes: Ein Dirigent leitet ein zeitgenössisches Werk (wie mir scheint) ganz vorzüglich, dann aber ein klassisches oder romantisches Werk völlig eindruckslos. Wie ist das möglich, fragte ich mich selbst? Die Antwort, die ich mir selber gab, war nicht schwer. Die Wiedergabe des modernen Werkes war natürlich auch schlecht, nur verhüllte der komplizierte Klang, die Virtuosität des Orchesters, das Unkontrollierbare des Ganzen die "Leere" des Dirigenten. Es gibt keine Spezialisten auf dem Gebiete der Musik. "Alles oder Nichts", heißt auch hier die Losung"

Klemperer ist einer meiner Lieblingsdirigenten. Irgendwie sind es die eher strengen Herrn (Szell, Mrawinski neben Klemperer), die die Orchester zu Interpretationen treiben, die meinen Geschmack am besten treffen.

Klemperer spricht sich übrigens sehr eindeutig gegen Dirigate aus, die sich vollständig auf das auswendig Gelernte stützen und auf die Partitur während des Dirigierens verzichten. Er hält Kollegen, die es anders halten, schlicht für eitel. Die Partitur sei sowohl Hilfe als auch guter Freund, der zu vollkommener freiheit führe. Der Dirigent dürfe auf keinen Fall Sklave seines Gedächtnisses werden.

Gruß
Henning

__________________
Anstatt die besten Wissenschaftler in die Rüstungsindustrie und Raumfahrt zu schicken, hätte die SU sie ins Melodya-Tonstudio schicken sollen - was für eine vertane Chance...............
25.11.2008 18:21 HenningKolf ist offline E-Mail an HenningKolf senden Beiträge von HenningKolf suchen Nehmen Sie HenningKolf in Ihre Freundesliste auf
cellodil


images/avatars/avatar-307.jpg

Dabei seit: 04.10.2006
Beiträge: 3.560

Cormac Mc Carthy / Kein Land für alte Männer Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Nachdem ich es jetzt endlich geschafft habe, den Film zu sehen, jetzt auch die literarische Vorlage:


Cormac Mc Carthy
Kein Land für alte Männer (OT: No Country for Old Men)
Ü: Nikolaus Stingl
Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Rowohlt Verlag GmbH (10. März 2008)
ISBN-10: 3498045024
ISBN-13: 978-3498045029


... mein erster Eindruck: Geschriebenes Kino. Oder anders gesagt: Die filmische Adaptation hält sich sehr genau an die Romanvorlage. Das Buch ist vielleicht noch etwas eindringlicher und eingängiger als der Film (wird allerdings, da ich den Film zuerst gesehen habe, auch ständig von den Filmbildern überlagert).

__________________
... the rest is silence
William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii
29.11.2008 13:35 cellodil ist offline E-Mail an cellodil senden Beiträge von cellodil suchen Nehmen Sie cellodil in Ihre Freundesliste auf
Gerion Gerion ist männlich


Dabei seit: 13.12.2006
Beiträge: 641
Herkunft: NRW

Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Bei mir gibt es derzeit "unmusikalisches" Lesefutter (bzw. nur am Rande musikalisches - der Protagonist selbst hat ja eine musikalische Ader):

04.12.2008 11:48 Gerion ist offline E-Mail an Gerion senden Beiträge von Gerion suchen Nehmen Sie Gerion in Ihre Freundesliste auf
cellodil


images/avatars/avatar-307.jpg

Dabei seit: 04.10.2006
Beiträge: 3.560

Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Gerion
Bei mir gibt es derzeit "unmusikalisches" Lesefutter (bzw. nur am Rande musikalisches - der Protagonist selbst hat ja eine musikalische Ader):



Lieber Gerion,

berichte doch darüber. Ich hatte mir auch schon überlegt, ob ich das mal lesen soll.

Musikalisches gibt's vom Altkanzler aber derzeit übrigens auch:



Herzliche Grüße

Sabine

__________________
... the rest is silence
William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii
04.12.2008 13:53 cellodil ist offline E-Mail an cellodil senden Beiträge von cellodil suchen Nehmen Sie cellodil in Ihre Freundesliste auf
cellodil


images/avatars/avatar-307.jpg

Dabei seit: 04.10.2006
Beiträge: 3.560

Peter Wehle/Haydn, Haydn über alles Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen


Peter Wehle
Haydn, Haydn über alles
Gebundene Ausgabe: 221 Seiten
Verlag: Kremayr & Scheriau; Auflage: 1 (29. September 2008)
ISBN-10: 3218007887
ISBN-13: 978-3218007887


Gestern angefangen und bislang wenig davon angetan. Der Witz ist etwas zu gewollt und aufgesetzt und meistens leider nicht mal komisch. Und sehr erhellend fand ich das Werk bislang auch nicht.

Liebe Grüße

Sabine

__________________
... the rest is silence
William Shakespeare, The Tragedy of Hamlet Prince of Denmark, Vii
06.12.2008 13:05 cellodil ist offline E-Mail an cellodil senden Beiträge von cellodil suchen Nehmen Sie cellodil in Ihre Freundesliste auf
Sarastro Sarastro ist männlich


Dabei seit: 17.12.2007
Beiträge: 344
Herkunft: Wien

RE: Peter Wehle/Haydn, Haydn über alles Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Liebe Sabine,
ist das mehr eine Biographie, oder steht auch was zum Werk drin? Und inwiefern ist das ein "Lesebuch zum Nachschlagen"? Weil es vielleicht einen ordentlichen Index hat? Sind auch Notenbeispiele drin?
Na ja, ich ahne es schon, ich bin da mit meinem Finscher offenbar besser bedient ...

Herzliche Grüße,
Sarastro

__________________
"Ich hätte das nicht so gemacht!" (Kozeluch zu Mozart über ein Haydn-Quartett). "Ich auch nicht! Und wissen Sie warum? Weil weder Sie noch ich auf diesen Einfall gekommen wären."
06.12.2008 14:24 Sarastro ist offline Beiträge von Sarastro suchen Nehmen Sie Sarastro in Ihre Freundesliste auf
Seiten (39): « erste ... « vorherige 16 17 [18] 19 20 nächste » ... letzte » Baumstruktur | Brettstruktur
Gehe zu:
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Das Klassikforum » Das Musikzimmer » Bibliothek » Was lest ihr zur Zeit?

Counter
Besucher seit:
09.04.2006 09:00 Uhr


Forensoftware: Burning Board 2.3.5, entwickelt von WoltLab GmbH